Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 11-12 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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164 in seiner Mitte Bürgerrecht und erklärt, alle ehrenhaften Ucbcrzcngungen zu achten, nur dürfen dieselben nicht auf die Anerkennung der Wahrheit des Evangeliums hinanslanfcn — dies allein erträgt es nicht. Gegen dasselbe wendet es alle Mittel an und braucht es alle Waffen; und um die Herzen gegen dieses sicher zu stellen, schmeichelt es dem menschlichen Stolze und nährt systematisch die Selbstgerechtigkeit. Die jüdische Presse und die jüdische' Kanzel sind unaufhörlich thätig, um die Herrlichkeit und Vernünftigkeit eines Judenthums zu preisen, das den Menschen mit sich selbst zufrieden macht und ihn gegen das Christenthum cinnimmt, welches als eine Summe von Unvernunft und Eutwürdigirng des Menschen dargcstellt wird. Der Talmud selbst, dem man doch den Rücken gewandt hat, wird gepriesen, um nur ein neues Angriffsmittel auf das Christcnthum zu besitzen. Man zieht vereinzelte Aussprüche besserer Art aus den ungeheilren Bänden desselben heraus, um zu zeigen, daß die Rabbinen weit über ihre christlichen Zeitgenossen hinausragten, und nur die blutigen Verfolgungen ihnen einige harmlose Scheltworte und Gebete abgcprcßt haben. Man rechnet eben auf die Uukeuntniß des Talmud im eigenen und christlichen Lager, erreicht aber seinen Zweck und steigert das jüdische Sclbstbewußtseiu auf das Maßloseste. Dennoch kauft man unter den Inden die Missionsschriftcn und das Neue Testament häufiger, als früher; man ist eben ungläubig, aber ist es nicht mit Ruhe und gutem Gewissen, so daß man sich immer wieder auf die heiligen Schriften hingcwicsen sicht. Ebenso aber, wie die Bereitwilligkeit vieler Juden, christliche Schriften zu lesen, wird die andere, das gepredigte Wort mit anzuhören, von den Missionaren in England anerkannt. So oft in London oder in der Provinz Missionsprcdigten angekündigt wurden, wohnte auch gewiß eine gute Anzahl jüdischer Zuhörer denselben bei; selbst bei schlechtem Wetter kamen sic, hier und da aber war sogar die Kirche von ihnen gedrängt voll. Mag es dann immerhin der Regel nach die bloße Neugierde sein, welche die Juden herbcilockt, so treten sic auf diese Weise doch unter die Macht des Wortes Gottes, die gar Manchem hernach zu stark wird. So predigte neuerdings ein christlicher Israelit in einer Provinzialstadt. Nach de zu Gottesdienste trat ein Mann in die