Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 9-10 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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[147 zu einer bessern Erkenntniß des heiligen Namens Gottes gelangen; sie schlägt also trotz des Gerichtes nicht neue Wege ein. Die Völker nehmen daher auch an dem zerstreuten Israel zunächst nur das Gericht Gottes wahr, und die Juden sind in der Mitte derselben nicht ein Segen, sondern ein Finch. Kommt es aber dennoch zu einer Wiedersammlung und Wiederannahme des Volks, so kann das nur auf dem Wege der völlig unverdienten Gnade Gottes geschehen, welche für die Juden selbst nichts als Schamröthe übrig läßt. Und es wird eine solche Wiedersammlung der Zerstreuten geschehen, weil Gott an dem Rathe, den er mit Israel hat, festhält. Er will noch das Volk als Volk gebrauchen, und so wird er auch Alles thun, damit es hierzu komme. Gott wird hierzu in doppelter Weise wirken. Er wird es doch endlich durch seine Gerichte dazu bringen, daß den Zerstreuten die Augen über sich selbst aufgehen und sie in tiefer Buße ihre Missethat gegen ihn erkennen. Er wird sie noch zu einer Demüthigung ihrer Herzen führen und sie durch sein richterliches, wie durch sein barmherziges Walten bekehren. So werden sie nun ihr Leben unter den Völkern als ein fortdauerndes Gericht über sich erkennen, ihrer Trennung von Gott und ihrer Verstoßung aus seinem Gnadenbunde inne werden, und das Verlangen wird in ihren Herzen erwachen, daß sie wieder an Gott, und ebenso, daß sie an seinem Messias aus Davids Hause Antheil gewinnen. Wenn aber so Gott ihre Bekehrung wirkt, zu welcher sie allerdings niemals aus eigenem Antriebe gelangt wären, und wofern Gott nicht selbst ihre Herzen mit der Begier nach der Gnade, die er durch den Messias ihnen von früh her verheißen hatte, erfüllt hätte, dann wird er auch das Letzte an ihnen thun und sie wieder als Volk in der alten Heimath, zum Segen für alle Völker, in seinen Bund versetzen. Dies lehrt das Alte Testament über die Zerstrcunng der Juden und über den Ausgang derselben. Vergleichen wir hiermit zunächst, was über den Gegenstand ihr Gebetbuch sagt. Eine einheitliche Auffassung über die Bedeutung der Zerstreuung Israels, wie im Alten Testamente, finden wir Hierselbst nicht. Direkt wird freilich den Zeugnissen der Schrift nicht wider- 10*