Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 9-10 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Amos stellt die Zerstreuung unter dem Bilde der Siebung des Getreides dar. K. 9, 9. Siehe, ich will befehlen und das Haus Israel unter allen Heiden sichten lassen, gleichwie man mit einein Siebe sichtet, und die Körnlein nicht auf die Erde fallen. Israel wird durch das Gericht Gottes zerstreuet, aber inmitten der Spreu des Volkes giebt es auch gute Körner, die nicht verderben sollen. Hier wird also dasselbe hervorgehoben, was hernach Paulus Römer 11 betont, daß es mitten in dem Volke, welches das Gericht Gottes leidet, auch einen guten Samen giebt. Jcsaias nennt denselben einen Rest. Aber auch Sacharjah, der nach der Rückkehr der Juden aus Babel im heiligen Lande weissagte, weiß nichts Anderes über jede Zerstreuung seines Volkes als alle seine Vorgänger. Er verkündigt die Wicdersammluug der Zerstreuten aus allen Landen, aber betreffs ihres Wohnens unter den Völkern sagt er K. 8,13: Und soll geschehen, wie ihr vom Hause Juda und vom Hause Israel seid ein Fluch gewesen unter den Heiden, so will ich euch erlösen, daß ihr sollt ein Segen sein. Ihr Weilen unter den Völkern nennt Sacharjah einen Fluch; ein Segen aber werden sie wieder sein, wenn sie als die Erlösten Gottes in der Heimath wohnen. So das Alte Testament. Ueberblicken wir, was dasselbe über die Zerstreuung der Juden bezeugt, so nehmen wir in dieser Schrift von Anfang bis zu Ende eine völlig gleichartige Auffassung derselben wahr. Es besteht hier auch nicht der mindeste Zwiespalt unter den verschiedenen heiligen Schriftstellern, obwohl dieselben doch einem Zeitraum von tausend Jahren angehören. Die Zerstreuung Israels ist nach dem gesammten A. T. eine Verhängung des Fluches und eine Ausgießung des Zornes Gottes über das ungehorsame Volk, das furchtbarste Gericht für dasselbe. Gott führt es aus seinem eigenen Hause in ein Gefängniß, und sein Leben daselbst wird ein Gefängnißleben bleiben. Wohl werden Etliche aus der großen Zahl der Zerstreuten auch in der Fremde stets wahre Kinder Gottes sein, aber das gilt nicht für die große Masse. Dieselbe entheiligt auch unter den Völkern den Namen Gottes und thut nichts dazu, daß die Nationen