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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 9-10 (1879) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
9-10 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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145 hören darf, also weder Ehegattin noch ein freies Weib ist, bis ihr Herr sie aus bloßer Gnade wieder in das alte Bundesverhältniß versetzt. Diesen Zustand Israels, wie er dann mit der Verbannung des Volks aus seinem Lande eingetreten ist, beschreibt K. 2, 14: Ich will sie locken und in die Wüste führen. Aus Kanaan also sollen sie vertrieben und in die Völkerwüste gebracht werden. Alsdann aber K. 3, 4: Die Kinder Israel werden lange Zeit ohne König, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Leibrock und ohne Heiligthum bleiben. V. 5. Danach werden sich die Kinder Israel bekehren und den Herrn, ihren Gott, und ihren König David suchen; und werden den Herrn und seine Gnade ehren in der letzten Zeit. Diese Stelle ist besonders lehrreich. Es ist hier von einer langen Zeit die Rede, welche ihren Abschluß nur durch die letzte Zeit findet, von der die Weissagung überhaupt handelt. In diesem ganzen Zeiträume bilden die Kinder Israel nicht ein eigenes staatliches und auch nicht einmal ein bürgerlich selbstständiges Gemeinwesen. Als Religionsgemeinde aber pflegen sie weder den alttestamentlichen Kultus und haben hierbei den Charakter jener Jehovahgemeinde, die durch Mose hergerichtet worden ist, noch treiben sie heidnischen Säulendienst; sie sind also weder die Jehovah-, noch eine Hcidengemeinde. — Eben deshalb haben sie auch in den schwierigen Lagen ihres Lebens weder den Trost, den die alttestamentliche Gottesgemeinde genießen durfte, der es vergönnt war, bei dem das Schulterkleid tragenden Hohenpriester um göttliche Erleuchtung, Berathung und Zurechtweisung zu bitten; noch wird ihnen alsdann jene Beruhigung zu Theil, welche die Heiden durch die Befragung ihrer Hausgötzen fanden. Kurz, diese ganze Zeit wird als eine solche bezeichnet, in der die Juden für ihr religiöses wie für ihr bürgerliches Leben völlig auf sich selbst angewiesen sind und nirgends sich des Haltes erfreuen, den das frühere Israel und den die übrigen Nationen in der That besaßen oder besitzen. Ein solches Bild entwirft Hosea von der Zeit des Lebens der Juden in der Zerstreuung. Ein Ende dieses Zustandes wird erst mit ihrer Bekehrung zum alten Gott und zu dem Messias aus Davids Hause eintreten. io

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