Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 7-8 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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118 mung nicht beigelegt. Interessant ist es aber, auch aus diesem Beispiele wieder zu ersehn, welch' eine wichtige Stelle die Inden- Christen in der ältesten Kirche eingenommen haben. Noch einmal die Synagogeju Weikersheim. Nachdem die Synagoge in dem Würtembergischen Weikersheim 1757 der Schauplatz einer ergreifenden Entscheidung für einen jüdischen Proselhten geworden war, sollte sie bald darauf noch einmal einen Fall ähnlicher Art erleben. Die Juden jenes Ortes hatten den Posten eines Vorsängers, welchen ihr früherer Glaubensgenosse Selig Benjamin, Hernachmals Felix genannt, nun nicht mehr länger bekleidete, einem aus der Ferne herzugewanderten und sehr unterrichteten Juden Aaron Mendel übertragen. Derselbe war der Sohn eines Rabbiners aus Luschowitz in Polen und hatte im väterlichen Hause eine streng talmndische Erziehung genossen. Seine trefflichen Gaben zogen bald die Aufmerksamkeit seiner Umgebung auf ihn, und man erwartete Bedeutendes von ihm. Als viel versprechender Talmudist wurde er von so manchem reichen Juden zum Schwiegersöhne begehrt; denn die Verheirathung einer Tochter mit einem Gelehrten und Gesetzeskundigen galt damals und gilt in ächt talmudischen Judenkreisen des Ostens noch heute als ein ganz besonderes Glück und als eine hohe Ehre für jene selbst sowohl, als für ihre ganze Familie. So heirathete Aaron Mendel nun die Tochter eines reichen Juden Rüben Selig in Tarnow mit Namen Siphre. Der Schwiegervater, voll Stolzes über diesen Schwiegersohn, wollte denselben zu einer möglichst hohen Stufe hinausführeu und ließ ihn deshalb an mehreren berühmten jüdischen Hochschulen weiterstudiren. Der Letztere besuchte unter anderen Orten dieser Art auch Prag und erhielt hier von Rabbi Jechcskiel das Zeugniß eines Rabbi. 1756 nun begab sich A. Mendel nach Teplitz; hier lernte ihn der Dresdener Hofjude kennen und derselbe bewog ihn, mit ihm nach Dresden zu kommen. Aber der Krieg versperrte den Beiden den Weg zur Sächsischen Hauptstadt, und so trennte sich Mendel wieder von dem Manne, um nach dem berühmten Fürth zu gehen. In Gibelstadt aber, durch welchen Ort er reiste, gewann er sich so sehr das Herz der Juden, daß diese ihn baten, ihr Rabbi zu