Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 7-8 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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117 in so kurzer Zeit es so weit gebracht, daß er auch seine Feinde lieben kann. Wenn er besuchsweise in der Woche zu mir kam, so weinte er Thränen vor dankbarer Freude. Jetzt hat der Herr ihn zu sich genommen, damit ich mich seiner nicht rühme. Mein lieber Vater hat mir den Eindruck einer wahren Jesusliebe hinterlassen. In der letzten Zeit war seine Hauptthätigkeit, ohne Unterschied Krankezu besuchen und was diese wünschten, ihnen hin und her zu suchen. Wenn man ihm sagte: „Herr Desta, warum stehen Sie nicht Ihren Ackersleuten vor?", so sagte er: „Man muß und soll für das Nächste sorgen, Gott wird schon für die Zukunft sorgen!" Tag und Nacht hat er mit Jedermann von Ihnen geredet, wie Sie worttreu sind, und wie hat er sich gesehnt. Sie zu sehen und Ihre Schuhe zu küssen. Er hat jeden Menschen geliebt, wie vielmehr Sie! Sie werden vielleicht vom Heimgang von Dr. Schimper und seiner Tochter Teplet noch nicht gehört haben; auch dieser einst reiche, große Mann mußte wie ein Armer von Andern Brot erbetteln gehn. — Mein Bruder Negusie war, vor zwei Jahren im Kriege von zwei Kugeln verwundet, daheim zu bleiben genöthigt; seit meiner Ankunft lernte er lesen und schreiben und liebt Jesum sehr. Er dankt Ihnen grüßend, daß Sie die Ursache seiner Bekehrung geworden sind. Cuarisins oder Aristius, der fünfte "Japst nach römischer Zählung. Euarisius oder Aristius, welchen die römische Kirche als ihren fünften Papst nennt, und der allerdings das Bischofsamt in Rom verwaltete, war der Sohn eines Juden aus Palästina. Er war der Nachfolger des Anaklet und ist nach Eusebius im Jahre 107 oder 109 gestorben, wo er unter Kaiser Hadrian den Märtyrertod erlitten hat. Katholische Schriftsteller wollen außerdem noch Vieles über denselben wissen, aber das Meiste ist erfunden. Uebereinstimmend wird ihm jedoch die Eintheilung der Stadt Rom in Kirchspiele und Parochieen zugeschrieben. Und darüber jedenfalls herrscht in den alten Nachrichten kein Zweifel, daß er aus jüdischem Geschlechte war; die spätere Zeit hätte ihm sicher auch gerade diese Abstam-