Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 7-8 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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116 kündigung deines Evangeliums in erbarmender Liebe viele Sünder zu dir führen darf. Sollte aber nach deinem Willen mein Stündlein vorhanden sein, so nimm mich um Jesu willen in Gnaden an, und laß heilige Engel meine Seele tragen zu dir." Von da an wurde es besser mit mir. Wir hier in Djenda leben mit unserer Gemeinde in Liebe und Eintracht. Kommende Regenzeit wollen wir die Kirchengeschichte Ihrem Wunsche gemäß aus dem Deutschen in's Amharische übersetzen. Falascha kommen sehr häufig von sehr fern gelegenen Provinzen zu uns und suchen Unterweisung in der heiligen Schrift. Da seit einigen Jahren große Hungersnoth herrscht, und dieses Jahr die Saat im Boden von Würmern gefressen wurde, haben wir wieder ein Hungerjahr in Aussicht. Wir angestellte Lehrer und Prediger sind in großer Bedrängniß, unser Gehalt reicht nicht; wir waren genöthigt, Schulden zu machen. Vergangenes Jahr mußten die beiden Brüder in Dagusa und Debtera Gebraegsiabher in Asseso einige Monate ihre Profession (Weberei) treiben, um sich und die Ihrigen zu ernähren. Gegenwärtig verwenden sie ihre ganze Zeit auf die Missionsthätigkeit. Was früher mit 4 Mark bezahlt wurde, kostet jetzt 12 Mark. 4. Gon Aesta Hobau aus Usseso, den 7. Aebruar 1879. Vom Juni bis zum Dezember vorigen Jahres war eine sehr traurige Prüfungszeit. In Dembea war das Sterben der Menschen so groß, daß die vornehmsten Herren ohne Beerdigung auf ihren Betten verwest sind, und an vielen Stätten wurden die Leichname von wilden Thieren gefressen. Während dieses Prüfungsjahres konnten wir die Größe der Treue und unaussprechlichen Liebe Gottes mit sehenden Augen betrachten, denn während Tausende überall hinstarben, waren wir Brüder bis heute nicht einmal krank. Auch dies Jahr ist Hungersnoth eingetreten, weil das Getreide im Felde von Würmern abgefressen worden ist. Wir danken dem Herrn, daß Er bei all' dieser großen Trübsal uns gestärkt und Gnade verleiht. Ihm mit Freude und Vergnügen zu dienen. Was mich aber sehr ermunterte zu jeder Arbeit der Mssion, ist die gänzliche Veränderung meines Vaters. Er hat