Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 7-8 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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115 den Kerkermeister in seiner Wohnung, den Cornelius mit seinem ganzen Hause in Cäsarien. Wenn ihr von Herzen glaubet, werdet ihr nicht allein mit Wasser, sondern mit dem heiligen Geist getauft." Wir blieben noch einen Tag und eine Nacht, predigten das Wort Gottes und wurden auf's Freundlichste verabschiedet und gebeten, unfern Besuch bald zu wiederholen. Die Pestkrankheit hat uns daran verhindert, es war dies eine schwere und harte Zeit für uns, viele unserer Brüder und Schwestern sind durch dieselbe weggerasft. Debtera Liena mit seiner Familie und ich mit meiner Familie waren nacheinander alle krank. Der Herr aber hat sich unserer erbarmt. Eine solche Pest war noch nie dagewesen. Es gab keine Gesunden mehr, welche das Vieh besorgten, die Felder bestellten, die Kranken pflegten und die Todten beerdigten. Viele Menschen wurden von Hyänen gefressen. O, die Roth, der Jammer und das Elend waren unbeschreiblich groß! Meinen langen Brief zu Ende bringend, darf ich Ihnen noch sagen: Es giebt viele Juden, welche in der Bibel forschen, den Weg der Wahrheit suchen, Gottes Wort lieben und um ihr Seelenheil bekümmert sind. Solche besuchen uns häufig und sind für unfern Unterricht dankbar. Unsere Schule hat wegen der politischen Unruhen und Krankheiten im vergangenen Jahre viele Unterbrechungen erlitten. 3. Ion Aeötera Bern. Vom letzten April an war ich sieben Monate lang schwer krank, mein Leben stand sehr in Gefahr. Gott aber nach seiner Gnade erbarmte sich meiner und hat mir vergeben und Gesundheit geschenkt. Gott sei gepriesen, ich bin jetzt wieder ganz gesund, aber noch schwach. 6 Tage war ich bewußtlos. Während dieser Zeit habe ich die Worte des Psalmisten Ps. 65,1—14 u. 66,1—16 immer wieder laut geredet. Am siebenten Tage kam ich wieder zum Bewußtsein und sähe mich von den Brüdern umgeben. Ich setzte mich im Bette auf und betete: „Allmächtiger Gott, du allein bist der wahre Gott. Um meiner Sünden willen hast du diese Krankheit über mich kommen lassen, um deiner Güte willen erbarme dich meiner, vergieb mir alle meine Uebertretungen und Sünden, und wasche mich rein mit dem Blute Jesu, meines Heilandes, damit ich gesund werde, und auch fernerhin durch Ver- 8*