Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 7-8 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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111 gehen!" Mit den Worten: „Lieber Herr Jesu, nimm meine Seele in Deine Hände!" verschied er. Eine alte Jüdin kam in ihrem hohen Alter noch zum Glauben an Jesum Christum. Sie war eine geistreiche, fromme Greisin und ist im Glauben selig heimgegangcn. Ebenso ist die Frau des Proselyten Worke selig gestorben. In Asseso sind sehr viele Leute llnter Falaschas und Christen dem Evangelium offen; selbst die christliche Priesterschaft fühlt sich durch unsere evangelische Lehre zu uns hingezogen. Roch mehr kann dies von den in Djeuda Wohnenden gesagt werden. Der Priester Schetie, Alaka Maquonen und Debtera Alame bringen alle ihre freie Zeit mit uns im Lesen und Besprechen des Wortes Gottes zu. In dem Dorfe Hanna, unweit von Djeuda, lebt ein christlicher Priester, ein frommer und geistlich gesinnter Mann. Er liebt die unserm Volke unverständliche äthiopische Sprache nicht. Alle Sonn- und Festtage versammelt er seine Gemeinde und liest ihnen das Wort Gottes in der ihnen verständlichen Sprache vor und erklärt ihnen das Gelesene. Männer und Frauen freuen sich, daß sie das Wort Gottes in ihrer Muttersprache hören, und daß es auf diese Weise den Weg zu ihren Herzen findet. Sie sagen oft: Gott schenke Herrn Flad das ewige Leben dafür, daß er uns Gottes Wort in unserer Muttersprache gebracht hat, so daß wir's verstehen und das Licht des Lebens sehen! Der oben genannte Priester gebraucht seit langer Zeit in seinen Gottesdiensten das in unsere Sprache übersetzte englische Gebetbuch. Bei den Gebeten beobachtet er die Vorschriften des Niederknieens und Aufstehens, wie man es in der englischen Kirche gewohnt ist. Es giebt jetzt überall viele Leute, die lesen gelernt haben, besonders sind viele in der Provinz Godscham durch das Lesen des Wortes Gottes zur Buße und Umkehr zu Gott gekommen. Wir haben sehr viele Beispiele, die uns deutlich zeigen, daß Gottes Wort, wenn es ausgesäet wird, nicht ohne Früchte bleibt. Unser Volk liebt die biblischen Bilder sehr. Sonntags Nachmittags versammeln sich Große und Kleine um mich. Ich zeige ihnen Bilder und erzähle ihnen die betreffenden biblischen Geschichten und knüpfe daran erbauliche und erweckliche Nutzanwendungen. Ich wäre Demjenigen sehr dankbar, der mir für diese Sonntagsschule ein größeres Bilderbuch mit farbigen Bildern schicken