Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 7-8 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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112 würde. Ich meine oft, es mache tieferen Eindruck auf Junge und Alte, wenn man ihnen eine Geschichte in Bildern veranschaulichen kann. Gottes Zuchtruthe hat durch Hungersnoth, Seuchen, Pest und allerlei tödtliche Krankheiten schwer auf unserem Volke gelegen. In unserer kleinen Stadt Djenda sind an einem Sonntag im Juli 12 Personen gestorben. Gewöhnlich wurden während der Regenzeit täglich 3 bis 4 Personen beerdigt. In anderen Provinzen sind noch viel mehr gestorben. Ach, wie viele Kinder sind nun elternlos. Auch eine Angenkrankheit kam, an der sehr Viele erblindet sind. Ich bin, Gott sei Dank, gesund geblieben. Mein Augenleiden, das ich auf der Chrischona hatte, hat sich ganz gehoben. Mit Br. Goban lebte ich eine Woche zusammen in Asseso, bis er sich eingewöhnt hatte. Nach Vater Flad sehnen wir uns sehr. Viele sagen: Nur noch einmal möchte ich ihn sehen und mit ihm von Mund zu Mund reden und dann gerne sterben. Unsere Schüler sind fleißig. Zwei haben wir bis jetzt ganz in's Haus genommen, die andern essen mit ihren Eltern. Eine Mädchenschule wäre sehr an der Zeit. Es hält aber sehr schwer, die Mädchen in die Schule zu bekommen. Denn einmal werden sie von ihren Müttern frühe zur Arbeit angehalten, und für's Andere werden sie sehr jung verheirathet; für's Dritte aber fürchten deren Mütter, wenn ihre Töchter lesen und schreiben gelernt, würde» sie keine Männer bekommen, da kein junger Mann eine Frau hcirathcn werde, die mehr gelernt hatte, als er selbst. Endlich fehlt uns auch eine Lehrerin oder in Ermanglung derselben ein verheiratheter Mann, der sich für eine Mädchenschule eignen würde. Ueberzeugt sind wir Alle, daß etwas für den Unterricht der Töchter unserer Proselyten gethan werden muß. Gut wäre es, wenn Sie 1 bis 2 Jahre wieder unter uns wirken könnten; ich schreibe dies besonders mit Bezug auf manche unserer Proselyten, die nicht so ganz in den Schranken des Evangeliums wandeln. Für die Kleidungsstücke und Hemden, welche Sie uns durch Br. Goban sandten, herzlichen Dank. Meine Uhr ist zerbrochen, bitte, bringen Sie mir eine Schlaguhr mit und ein Handharmonium und einige Spielsachen für meine Schüler.