Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1879-01-01 · 7-8 (1879) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
7-8 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554852-2554857--07219-2563228
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

108 Predigtamt befohlen, müssen auch, wollen sie anders bei den Juden etwas ausrichten, nicht allezeit donnern und schelten, sondern mit großer Sanftmuth einen lieblichen Spruch nach dem andern erklären und auslegen, alsdann wird ohne Zweifel Gott das Gedeihen dazu geben. Die Gelehrten, welche an und wider die Juden schreiben wollen, müssen auch nicht einem jeden Geiste, welcher dies oder jenes von ihren Büchern sagt, Glauben geben, sondern ihre Bücher, wollen sie etwas erreichen, selber lesen, und was unrecht ist, aus Gottes Wort widerlegen, und alsdann ihnen die Wahrheit göttlichen Wesens und Willens aus Gottes Wort offenbaren. Denn wenn man Einen zur Erkenntniß seines Jrrthums gebracht hat, kann man ihn hernach zur Erkenntniß der Wahrheit bringen. In Anbetracht, daß auch vr. Luther schreibt: Darum wäre meine Bitte, daß man säuberlich mit den Juden umginge und aus der heil. Schrift sie unterrichtete, so möchten ihrer etliche herbeikommen. Aber nun sie mit Gewalt treiben und gehn mit Lügenteidung um, geben ihnen Schuld, sie müssen Christenblut haben, daß sie nicht stinken, und weiß nicht, was des Narrenwerkes mehr ist, daß man sie gleich für Hunde hält, was sollten wir Gutes an ihnen schaffen? Item, daß man ihnen verbeut, unter uns zu arbeiten, hantieren und andere menschliche Gemeinschaft zu haben, damit man sie zu wuchern treibt." Dann sich über die Anlage seines Buches verbreitend, hebt er mit Recht hervor, daß die Schriftsteller bisher gar zu wenig ein rechtes Bild des jüdischen Glaubens nach dem Talmud selbst gegeben hätten, und eben dies doch hätte geschehen müssen, sowohl wenn man den Juden hätte gerecht werden, als wenn man sie mit Erfolg hätte widerlegen wollen. Hiernach aber fügt er hinzu: „Auch wissen die Juden nicht, was wir Christen glauben, vielweniger daß sie wissen sollten, warum wir dieses oder jenes glauben. Denn das Lästern und falsche Zeugniß, welches etliche Scribenten in ihren Büchern haben, hat sie so scheu gemacht, daß sie nicht gern die Bücher, welche an sie, viel weniger, welche wider sie geschrieben werden, lesen wollen." Auch diesem Uebelstande hofft er durch sein Buch abhelfen zu können. Hierauf nun folgt zunächst in 37 Capiteln auf 283 Octavseiten eine Darstellung der jüdischen Religionsparteien, Glaubenslehren, Lebensweise, Sitten, Gebräuche und Literatur.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.