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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 7-8 (1879) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
7-8 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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107 mehr, welche noch nicht wissen, was ein Christ oder christlicher Glaube ist, mit Gewalt in die Kirche jagen und mit geweihtem Wasser besprengen will? Sagt doch Paulus: Wie sollen sie glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie sollen sie hören ohne Prediger? Römer 10,14. Drittens, was soll doch das bauen, daß man sie, so lange sie Geld haben, zu Christen machen will, und wenn wir das Geld hinweghaben, wir sie so lange zufrieden lassen, bis sie wieder etwas gesammelt haben? Dieweil es vielmehr die Lehre des Talmud stärkt, da er schreibt: Einem Juden steht die Armuth so wohlan, als einem weißen Pferde eine rothe Rose. Ja Gott habe den Juden nichts Besseres als Armuth geben können. Für's Vierte, was sollte das bauen, daß man ihnen ihre Bücher so lange nehme, bis sie dieselben wieder mit Geld lösen könnten? Oder daß man dieselben verbrennet und lehrte sie nichts Besseres dafür? Wäre es nickH besser, daß man ihnen ihre vorigen Bücher, wie der Apostel Paulus denen zu Athen ihren Altar, ließe, und machte ihnen durch freundliche Lehren und Predigten den unbekannten Gott bekannt? Was soll zum Fünften das fruchten, daß man sie mit Feuer, Wasser und Schwert als Mörder Christi ausrotten will? Haben wir dessen doch keinen Befehl weder im A. noch im N. T., auch kein Exempel in der heil. Schrift, daß jemals ein Mensch, viel weniger ein ganzes Volk mit Waffen zu der seligmachenden Religion gezwungen worden sei, sonderlich aber die Juden, welche in Gottes Wort Verheißung haben unausgerottet zu bleiben. Denn erstlich so betet David und'spricht: Erwürge sie nicht, daß es mein Volk nicht vergesse, zerstreue sie aber u. s. w. Und Christus sagt: Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß dieses Alles geschehe u. s. w. Sondern wenn eine Obrigkeit ihre Juden, welche sie in ihrem Schutz hat, zur Erkenntniß der Wahrheit führen will, muß sie ihnen meines Erachtens Gottes Wort, sonderlich aber die Schriften des A. T., lauter und rein, an einem solchen Orte, da keine Bilder sind, predigen lassen, dieweil Gott selber verheißt durch's Wort thätig zu sein, und die Juden auch, ohne Verletzung ihres Gewissens solche Predigten an solchen Orten anhören können. Weiter die geistlichen Herren, welchen aus ihren Kanzeln das

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