Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 7-8 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554852-2554857--07217-2563226- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
106 noch seine Apostel gewußt haben. Ja die Juden sagen heutiges Tages selber und zwar nicht unrecht: Wenn man der Kabbala folgen will, so kann man aus Gott einen Teufel und aus einem Teufel einen Gott machen. Etliche versuchen es mit ihnen zu disputiren und wissen selber noch nicht, was sie glauben, oder warum sie dieses und jenes glauben. Darum pflegen sie flugs im Anfänge zu fragen: Warum sie nicht an den Sohn Gottes, den Herrn Messiam glauben; habe uns doch Gott solches auch im A. T. zu glauben befohlen, wir bedürften auch einen solchen Messias zu unserer Seligkeit sehr nöthig, und was dergleichen Fragen mehr sind. Wenn dann der Jude die Verheißung des Messias verleugnet, wissen sie nichts mehr vorzubringen. Aber dies sind nicht die rechten Mittel, einen Juden dadurch zu bekehren. Erstlich, weil sie in Gottes Wort weder Grund noch Verheißung haben; weder Christus noch seine lieben Apostel, wie auch die Propheten solche Mittel gebraucht; daher kein Wunder, daß so wenig bei ihnen ausgerichtet worden. Im Gegentheil aber verwundert man sich nicht unbillig, wenn Gott der Herr aus einem Saul, das ist aus einem rechten Juden, dem seine jüdische Religion ein Ernst ist, einen Paulus, d. i. einen rechten Christen, dem seine christliche Religion ein Ernst ist, macht. Wiederum aber ist es kein Wunder, daß viele leichtfertige Juden, welchen auch ihr Judenthum kein Ernst ist, ja die wohl nicht wissen, was die Juden glauben müssen, vielweniger worauf dieser oder jener Artikel des jüdischen Glaubens gegründet sei, durch solche angezogene Mittel zur Aaufe gebracht werden, und endlich wie das wurmstichige Obst wieder dahin zu den Juden fallen." Weiter dann auf die Bilder in den Kirchen eingehend sagt er unter Anderem: „Solchen Bilderhaß der Juden bezeugt auch Dr. Luther, da er schreibt: Ein Jude habe das hochwürdige Sakrament der heil. Taufe begehrt; als er aber gen Rom gekommen und die Greuel daselbst gesehn, sei er ein Jude geblieben. Und Rabbi. David Kimchi schreibt über Richter 18, 27: Daß ob sie schon das Bild für sich selbst gemacht und ihr Herz zu Gott gerichtet war, hatten sie doch damit wider den Herrn gesündigt. Darum mögen die Juden kein Bild beim Gottesdienste leiden. Was sollte sür's Andere doch das helfen, daß man Einen oder