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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 7-8 (1879) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
7-8 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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104 die Anerkennung der Christen verschaffen wollten, sondern ließ sich beides, von Herzen angelegen sein, sowohl sie selbst zu Christo zu führen, als ihre Sache vor den Christen zu vertreten und diese zu bewegen, daß sie sich derselben annähmen. Freilich von jener heutiges Tages vielfach beliebten Weise, welche mit Schmeicheleien und Erhebung ihres alten Adams die Juden zum Christenthum zu führen sucht, war er weit entfernt. Er hatte es an sich selbst erfahren, daß im Judenthume kein Heil zu finden, und daß in der That dasselbe ein Abfall vom heiligen Gotte ist. In seinem „Jüdischen Talmud" sowohl als in seiner anderen Schrift, „Talmudischer Judenschatz", d. i. eine Abhandlung über den Traktat Chelek aus dem Buche Sanhedrin im vierten Theile der Gemara, hat er es klar zu Tage gelegt, wie sehr die Juden von der Schrift abgewichen sind, um dafür die Wege ihrer Selbstgerechtigkeit und ihres Hochmuths zu gehen, aber er hat dies in jenem heiligen Sinne gethan, der die Ehre Gottes nicht antasten läßt, und in jener Liebe, welche die Verirrten aus ihrem Jrrthum herausführen und zum wahrhaftigen Heile leiten will. Wem dies nicht gefällt, er sei Jude oder Christ, der wird dann freilich auch Gerson zu den Judenfeinden zählen und ihm „Rischus" vorwerfen. Aber sein Zeugniß an und für die Juden verdient es, daß wir auf dasselbe näher eingehen. In der zweiten Schrift, die in Helmstädt 1610 erschien und eine mit Anmerkungen versehene deutsche Uebersetzung des Traktats Chelek brachte, wollte er besonders auf drei Punkte: 1) die jüdische Lehre von der Rechtfertigung des Sünders vor Gott, 2) auf die jüdische Lehre von der Auferstehung der Todten und 3) auf die Messiaslehre der Juden, die in jenem Traktate des Weiteren entwickelt wird, eingehen. Er wollte hierbei das Irrige in der jüdischen Lehre Nachweisen und besonders auch dem entgegentreten, was die Juden in diesem Traktat über Jesum Christum Böses sagen. Bekannter ist noch seine erste Schrift geworden: „Des Jüdischen Talmud fürnchmstcr Inhalt und Widerlegung". Dieselbe erschien zuerst in Goslar 1601, sodann zu Gera in 2. u. 3. Auflage 1613 und 1618, später noch an anderen Orten in anderen Auflagen, so in Erfurt 1659 und die 6. 1698 in Leipzig, also 71 Jahre nach seinem 1622 erfolgten Tode. Eine dänische Uebersetzung derselben im Manuscript hinterließ Th. Broderus BircherodiuS, eine

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