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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 7-8 (1879) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
7-8 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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102 wohl er erst in seinen Mannesjahren Deutsch lernte, handhabte er dasselbe doch in einer Weise, die ihn über die meisten seiner Zeitgenossen erhob. Sein Stil zeigt bei Weitem nicht jene Schwerfälligkeit und Undurchsichtigkeit, an welcher von jener Zeit an bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts hinein die deutsche Darstellung in so hohem Maße leidet. Oft geht vielmehr seine Rede im angenehmsten Flusse dahin, und man kann es sich wohl vorstellen, daß seine Beredtsamkeit einen großen Eindruck auf die ihm Zuhörenden hervorbrachte. Es schadete ihm auch nichts, daß er nicht den gewöhnlichen Studiengang genommen hatte. Alan rühmte „seine gute natürliche Methode", die damals besonders ausgefallen sein mag, da eine ausgesuchte Künstlichkeit bereits vielfach den Charakter der Predigt zu verderben begonnen hatte. Ueberdem wußte er in schönster Weise Schrift durch Schrift zu erklären und war allgemein verständlich, so daß „die feine Popularität" seiner Predigten hervorgehoben wird. Eben diese Predigtbegabung machte denn auch ein solches Aufsehen, daß ihm bald von den verschiedensten Seiten her im Halberstädtischen und Braunschweigischen Pfarrstellen angeboren wurden. Aber in diesen Gegenden herrschte in scharf ausgeprägter Weise die lutherische Lehrüberzeugung, von der sich Gerson immer mehr abwandte und reformirten Anschauungen folgte. Er stieß sich an der Lehre von der leiblichen Allgegenwart Christi und an der lutherischen Anschauung vom Abendmahl, so daß er gewissenshalber eine Stelle in jenen Gegenden nicht annehmen konnte. Viele seiner Freunde wurden ihm deshalb böse, und er mußte alle Hoffnung auf irgend welche Beförderung in jenen Landen aufgeben. Er war aber auch dem Landeshauptmann zu Bernburg, Curt von Börstel, empfohlen worden, und damals war gerade die Diakonatsstelle ans dem Berge vor Bernburg durch das Absterben des Predigers M. Rothe frei geworden. Dieses Diakonat nun, mit welchem die Versorgung von Dröbel verbunden war, wurde ihm jetzt angeboten. Er hatte also sein Examen zu bestehen, dem er sich auch unterzog, und wurde darauf am 8. März 1612 in sein Amt eingeführt; am Pfingstabend 1621 aber wurde er nach dem Ableben des P. Adam Strefon zum Pastor daselbst berufen und am Trinitatissonntage als solcher eingeführt. Nach der Scheidung von der ersten jüdischen Frau heirathete

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