Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 7-8 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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99 auch mich damit meint, wenn er Kap. 16, 3 spricht: „Dein Geschlecht und Geburt ist aus der Cananiter Lande, dein Vater aus den Amoritern und deine Mutter aus den Hethitern; deine Geburt ist also gewesen: dein Nabel (Herz), da du geboren wurdest, ist nicht beschnitten, so hat man dich auch mit Wasser (der heiligen Taufe) nicht gebadet, daß du sauber (von deinen Sünden) würdest". Weil ich aber dasselbemal die Gedanken meines Herzens aus gewisser Ursach keinem Menschen, weder Christen noch Juden, auch meinem Eheweibe nicht, offenbaren durfte, und ich auch so bald nicht wußte, wie ich meine Sache wegen meines lieben Weibes, Kindes, Freundschaft, Haushaltung, auch wegen Uneinigkeit und Ungleichheit der Religion aller der Leute, so sich Christen nennen, anstellen wollte oder sollte, war mir mein Herz 14 ganzer Wochen lang dermaßen betrübt und geängstigt, daß mir auch kein Essen noch Trinken schmecken wollte und ich auch nicht ruhig schlafen konnte, bis mir endlich der gütige, barmherzige und allein weise Gott in den Sinn gab, mit Abraham aus meinem Vaterlande und meiner Freundschaft in Ew. Fürstl. Gnaden Land zu ziehn und die heilige Taufe daselbst zu suchen, der gewissen Hoffnung (dieweil auch in der bedrängten Zeit, als die Stadt Recklinghausen, in welcher ich wohnte, von dem Hispanischen Kriegsvolk beschossen, bestürmt und endlich, als man sie eingelassen hatte, den Bürgern daselbst sehr beschwerlich waren, die gemeine Rede ging: Wo uns Herzog Heinrich zu Braunschweig nicht errettet — welcher so ein frommer Fürst ist, daß er sich auch hören läßt, er wolle nicht allein sein Land und Leute, sondern auch, wo nöthig, sein Leib und Gut und Alles, was ihm lieb ist, für die Lehre des heil. Evangelii einsetzen — so ist kein Mensch aus Erden, der uns von dieser Tyrannei erretten oder freimachen wird), Ew. Fürstl. Gnaden würden nach Ihrem berühmten und guten Namen mir das Sacrament der heil. Taufe in Ihrem Lande reichen lassen. Derselbe Trost hat mich in meinem Herzen dermaßen versichert und kühn gemacht, daß ich mich mit großer Beschwerniß aus Recklinghausen gegen Wolfenbüttel und von dannen nach Gröningen, da Ew. Fürstl. Gnaden Ihr bischöflich Residenzhaus hat, und endlich gen Halberstadt gemacht habe, und bin auch auf mein Anhalten endlich, nachdem man mich genugsam (nach etwa einjährigem Unterricht) auf die Probe gestellt hatte, auf Ew. Fürstl. 7*