Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 5-6 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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89 12. Die theologischen Professoren auf der Universität sollen die Studirenden mit der zwischen Juden und Christen streitigen Lehre bekannt machen und sie zum fleißigen Betreiben des Latein anhalten. 13. An den Kirchen der Städte, in welchen Juden wohnen, sind möglichst solche Prediger anzustellen, welche die jüdische Controverse und Hebräisch verstehn. 14. Die Christen sollen den Juden kein Aergerniß geben und sich von aller Beschwerung derselben fern halten. 15. Bekehrte Juden sind vor den Ihrigen zu schützen und sind mit dem Nothdürftigen zu versehn. Diese Beschlüsse haben denn auch eine neue Belebung des Missionswerkes unter den Juden zur Folge gehabt, wenngleich nicht alle verwirklicht worden sind. Jedesfalls hat sich die holländische Kirche zu jener Zeit ganz besonders der Juden angenommen. Ein altes Schulgebet für die Bekehrung der Inden. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts beschäftigte der Gedanke an die Bekehrung der Juden in lebhaftester Weise viele evangelische Christen Deutschlands. Man erkannte aber ganz richtig, daß, wenn es die Christen lernen sollten, eine bessere Stellung zu den Juden einzunehmen, man die Jugend schon hierzu anhalten müßte. Dieser Gedanke ries denn auch allerlei Bestrebungen hervor, welche alle das Eine bezweckten, das Heranwachsende Geschlecht an hohen und niederen Schulen aus das Heil und zu der wahren Liebe der Juden hinzulenken. Das Beste, was in dieser Beziehung geschah, war offenbar, daß man die Schüler für die Juden beten lehrte; und in der That ist dies recht häufig geschehen. Eine ganze Zeit war an vielen Schulen insbesondere ein Gebet im Gebrauch, welches damals der würdige Senior Dr. Münden in Frankfurt a. M. aufgesetzt hatte. Wir lassen hier dasselbe folgen; vielleicht lernt man hier und da auch heute unter Alt und Jung nach demselben für Israel beten. Jeremia 23, 6—8. Zu desselbigen (Königs) Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und das wird sein Name sein, daß mau ihn nennen wird: Herr, der unsere Gerechtigkeit ist.