Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 5-6 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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90 Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der Herr, daß man nicht mehr sagen wird: So wahr der Herr lebet, der die Kinder Israel aus Aegyptenland geführt hat; Sondern, so wahr der Herr lebet, der den Samen des Hauses Israel hat herausgeführet und gebracht aus dem Lande der Mitternacht und aus allen Landen, dahin ich sie verstoßen hatte, daß sie in ihrem Lande wohnen sollten. Ewiger Gott, liebreicher Vater über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, Du hast Dich selbst einen Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs genannt und ihrem Samen, dem Volke Israel, vor allen Völkern große und mannigfaltige Gnade erzeigt; aber auch dieses Volk um seines Unglaubens und Herzenshärtigkeit willen in einen erbitterten Geist dahingegeben, daß sie die Erfüllung Deiner Gnadenverheißungen in Jesu Christo bis auf den heutigen Tag nicht sehen mit ihren Augen, noch hören mit ihren Ohren, noch verstehen mit ihrem Herzen und sich bekehren und genesen. Wenn Moses von ihnen gelesen wird, hängt leider noch immer die Decke vor ihren Herzen, daß sie, von ihren fleischlichen Gedanken und Vorurtheilen geblendet und eingenommen, die Schrift nicht verstehen noch erkennen wollen, wiefern die Weissagungen ihrer Propheten erfüllt sind. Ach! erbarme Dich doch der armen Menschen und erweiche ihre harten Herzen durch Deine kräftig wirkende Gnade. Laß ihnen ein solches Licht Deiner Wahrheit aufgehen, daß die Decke von ihnen abgethan werde, und sie sich zu Christo bekehren. Herr! Du hast Deinem Volke eine ewige Gnade verheißen; so gedenke nun daran, was Du ihnen geredet hast, und gieb Dich, der Du allein wahrer Gott bist, und den Du zum Heil aller Menschen gesandt hast, Jesum Christum, ihnen recht zu erkennen, als in welcher Erkenntniß allein aller Menschen Seligkeit besteht und gegründet ist. Jesu! Du Brunnquell des Lebens, erzeige doch auch an den Juden Deine wunderbare Güte, daß, obgleich ihre Väter Dich, das unschuldige Lamm Gottes, in die Hände der Ungerechten zum schmählichen und schmerzlichen Kreuzestode übergeben haben, sie doch durch Deine Erkenntniß zu einem geistlichen Leben gebracht werden. Dein allerheiligstes Blut, welches Du als das rechte Versöhnopfcr