Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 5-6 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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87 wenn nur die Juden bleiben. Und mit diesem Gedanken steht er nicht allein da, sondern er beruft sich für denselben zweimal auf das alte Buch Jalkut; ja, er schließt seine ganze Schrift mit dem Worte dieses Buches: „Selbst wenn Israel dem Götzendienste fröhnen, aber im Frieden leben würde, laß sie in Ruhe!" Das Judenthum also sieht den Juden, wenn sie nur beieinander bleiben wollen, auch den Götzendienst nach und gestattet ihnen zu demselben Zwecke, die Bibel zu beseitigen. Das wäre demnach eine Religion, in welcher die Heiligkeit und die Wahrheit Gottes an die Sünde der Menschen preisgegeben werden, vorausgesetzt, daß dieselben eben Juden sind! Eine Religion mit dem Privilegium, Alles zu thun, was es will, für ein Volk der Erde! Und das soll die wahre Religion sein, zu welcher sich noch einmal die ganze Menschheit bekehren muß! Was sagt die bloße Moral dazu? An den Juden aber geht freilich nach alle dem in Erfüllung, was der Apostel Johannes bezeugt hat: „Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht!" Wie -re Mrechter Synode der Inden gedacht hat. Als den aus Portugal und Spanien vertriebenen Juden oder Scheinchristen etwa um 1590 die Aufnahme in Holland gewährt worden war, erwachte unter den dortigen evangelischen Christen ein lebhafter Eifer, dieselben nicht mit Gewalt, wie in ihrer früheren Heimath, wohl aber mit dem die Herzen und Gewissen überwindenden Evangelium für Christum zu gewinnen. Die ganze evangelische Kirche Hollands beschäftigte angelegentlich dieser Gedanke und Wunsch; denn allerdings nicht blos einzelne Privatkreise derselben, sondern auch die Kirche selbst begann sich für dieses Werk zu erheben. Zeugniß dafür ist die Mrechter Synode vom Jahre 1670, die sich angelegentlich mit der Frage beschäftigt hat, welche Mittel und Wege man zu erwählen habe, um die Bekehrung der Juden und Heiden zu befördern. Es wurden Betreffs der Juden 15 Beschlüsse gefaßt, und dieselben sind allen Gemeinden Hollands übergeben worden, damit das Werk ein allgemeines Werk aller derselben würde. Beschlossen wurde: