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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 5-6 (1879) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
5-6 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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74 sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt." Höre Israel! Jesus Christus, dein Heiland, trägt allein deine Sünde und Schuld! Der Me ssias Israels nach K. Moses Waimomdes. Leiden zuvor, Herrlichkeit danach, das ist das Bild des Messias, welches die Christenheit von Anfang an aus dem Alten Testamente sich hat entgegenleuchten sehen. Sünder, welche die Heiligkeit Gottes erkannt haben und ihre Schuld vor dem Angesichte desselben ernstlich fühlen, haben es auch je und je verstanden, warum es keinen andern Messias geben kann. Sie wußten, daß sie zuerst einer Versöhnung bedürften, welche kein Unreiner zu schaffen im Stande ist, und daß kein Nachkomme Adams sich eine Gerechtigkeit zu erwerben vermöge, die vor dem Gott taugen könnte, der nicht weniger verlangt als Liebe zu ihm von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüth und von allen Kräften, d. h. also völlige Sündlosigkeit und tadellose Vollkommenheit. Die Juden, welche Jesu widerstrebten, brauchten ihn nicht. Zwar viele derselben fühlten sich nicht frei von Sünden, von Ungerechtigkeiten, von Vergehungen gegen Gott und Menschen; sie wußten auch, daß sie Strafe verdient hätten und daß sie der Vergebung bedürften; sie erkannten wohl, daß Gott nach Gerechtigkeit frage, und daß er von dem Menschen fordere, ihm selber mit seinem Leben zu dienen. Aber so groß kam ihre Sünde ihnen nicht vor, daß sie nicht im Stande wären, sich selbst die Vergebung derselben zu beschaffen und selber die Versöhnung zwischen Gott und ihnen herbeizuführen. Das Alte Testament und sein Gesetz mochten es noch so ernst bezeugen, daß schon der im Stande des Fluches Gotte gegenübersteht, dessen Gedanken und Begierden auch

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