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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 5-6 (1879) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
5-6 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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71 Derselbe war der Sohn eines gelehrten Juden und als Kind in den väterlichen Satzungen wohl unterrichtet worden. Auf einer Reise zu seinen Verwandten am Rhein begriffen, legte ihn der Herr zu Auerbach, einem Dorfe in der Bergstraße, danieder. Während dieser seiner Krankheit besuchte ihn der evangelische OrtSpastor, der von dem verlassenen, elenden Juden gehört hatte, und den die Noth desselben erbarmte. Zwischen Beiden kam es hierbei allmählig zu ernsteren religiösen Gesprächen. Der Pastor verwies den Kranken beständig auf die heilige Schrift, redete mit ihm gründlich über dieselbe und ermahnte ihn, auf das prophetische Wort, das von Christo zeugt. Acht zu haben. Das drang denn auch in seine Seele, wie ein Licht in einen finstern Ort, besonders aber das 53. Kapitel des Jesaia, wie er hernach selbst bekannt hat. Das gehörte und gelesene Wort wirkte nun lebendig und kräftig in ihm weiter, es drängte ihn selbst zur vollen Klarheit zu kommen. Diese gewann er alsdann in Darmstadt, und hier wurde er denn auch im Jahre 1680 am Osterdienstage vom Gen.-Superint. D. Balth. Mentzer getauft. Zu seinen Pathen gehörte der Landgraf von Hessen-Darmstadt, nach dem er zugleich seinen neuen Namen empfing. Von dieser Zeit an blieb er die ferneren 33 Jahre seines Lebens bei der einmal erkannten Wahrheit und hielt sich besonders zu den Geistlichen der Gemeinden. Als er sich 10 Jahre nach seiner Taufe 1690 in Cleve aufhielt, hat er, wie dies der dortige Pastor Joh. Kayser bezeugt, auf den Vorwurf eines Juden, daß man nur aus Fleisches-Bequemlichkeit Christ würde, und zur Bestätigung der christlichen Lehre vor jenem Manne 9 Tage und Nächte hindurch in überaus scharfer Weise gefastet. Betend und singend hat er die meiste Zeit in diesen 9 Tagen zugebracht und ist bei guter Gesundheit verblieben. Man hat es ihm später zuweilen gestattet, die Kanzel zu besteigen, und er hat das Wort des Herrn der Gemeinde nicht ohne Erbauung vorgetragen. Diakonus Caspar Hornung, der ihm die Leichenrede hielt und sein Leben beschrieben hat, sagt von ihm, daß er ja freilich auch seine Fehler gehabt habe, er scheint nicht frei von Hochmuth gewesen zu sein, aber für die Wahrheit trat er in allen seinen

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