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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 3-4 (1879) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
3-4 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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61 Blut zu gebrauchen, nichtswürdige Lüge waren, wußten sie selbst sehr wohl. In der That, die Talmudseinde bedurften noch sehr der Läuterung. Ende 1757 starb Graf Dembowski, jetzt Erzbischof von Lemberg, der Einzige, welcher in dieser Bewegung seine Pflicht ernster auffaßte; und nun begann eine neue Leidenszeit für die Talmudgegncr. Dembowski hatte ihnen ein Asyl bei Kamieniec eingeräumt; aus diesem wurden sie durch die Machinationen ihrer feindlichen Brüder wieder vertrieben, ausgeplündert und wie gehetztes Wild herumgejagt. Endlich erbarmte sich ihrer der König, ihrer obenerwähnten Petition Gehör schenkend. Doch nicht lange dauerte die Ruhezeit; ihre Feinde wußten es besonders durch den jüdischen Hofagenten Baruch Jawan dahin zu bringen, daß der König sie in der neu ausgebrochenen Verfolgung verließ. Die Talmudisten triumphirten. Das Ganze ist übrigens ein Beitrag zu der modern-jüdischen Behauptung, daß man unter den Juden nichts von Religionsverfolgungen wisse. Die Talmudfeinde bestanden um so mehr auf einer Disputation mit den Gegnern; am Schluffe derselben, die in Lemberg im Juli 1759 stattfand, trat eine ansehnliche Anzahl der ersteren zur römischen Kirche über; die Zahl schwankt zwischen 1000 und 7000 in den verschiedenen Berichten. Frank selbst ließ sich etwas später in Warschau taufen. Nun aber kam eine andere Art von Drangsal über die Neubekehrten. Man beschuldigte Frank geheimer Ketzerei, er selbst und die Seinen mußten sich der Folter unterziehen, und wurde er 1760 als öffentlicher Betrüger zur Haft in der Festung Czenstochau verurtheilt. Seine Anhänger wurden schimpflich behandelt, die römische Kirche begegnete ihnen in überaus harter Weise. Christen blieben dieselben jedoch und allmählig gingen sie auch in die übrige christliche Bevölkerung über, während sie Anfangs nur untereinander heiratheten. Frank wurde 1767 wieder frei und hat später dem Fürsten von Homburg-Birstein die Herrschaft Offenbach abgekaust. Dort lebte er wie ein Souverain unter einer Schaar von judenchristlichen Anhängern, ails der Heimath her reich unterstützt. Als er 1791 starb, folgte ihm seine schöne Tochter Eva im Regimcnte; 1817 aber sollte dieselbe Schulden halber in's Gesängniß wandern, da starb sie plötzlich oder verschwand, die Nachrichten hierüber schwanken. Man kann alle diese Nachrichten nicht ohne Wehmuth lesen. Das Schmerzlichste in der ganzen Sache ist die völlig falsche Behandlung, welche die katholische Kirche den nach etwas Besserem, als es ihnen der Talmud geboten hatte, fragenden Juden angedeihen ließ. Man forderte von denselben nur möglichst schleunigen Uebertritt und warf ihnen das viele Unlautere in ihren Bestrebungen vor, that aber fast nichts, um der großen Menge der Irregeleiteten

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