Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 3-4 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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60 wegung unter ihnen feste Gestalt. In Frank selbst ist ein wunderliches und trübes Gemisch von Schwürnierei und betrügerischem Wese» zu erkennen; er war nicht lediglich Betrüger, sondern zu einem guten Theile auch von seiner Mcssiasstcllnng überzeugt. Wie Muhammed glaubte er an sich selbst, hielt aber alle Mittel für recht, um Anerkennung zu finden. Anders will sein Anhang beurtheilt sein. Die hervorragendsten Personen in demselben, deren Namen wir unter den obenangeführten Schriftstücken lasen, glaubten entschieden an ihren Meister, - aber daneben geht bei ihnen ein breites Gewebe von Lug und Trug: sie waren sich selbst nicht klar, wie sie über das Berhältniß von Christus und Frank denken sollten — Frank selbst deutete vor den Eingeweihtesten an, daß er der wiedergekommene Christus sei.— aber vor der römischen Geistlichkeit stellten sie sich überall als vollkommene Rechtgläubige au. Die große Masse der Fränkischen glaubte ehrlich an ihren Führer, als an einen höchsten Propheten Gottes, und so gelangten nicht wenige unter ihnen, als ihnen von ihren Leitern der Uebertritt zur Pflicht gemacht wurde, auf die allernaivste Weise zur Ueberzeugung, daß die christliche Lehre die rechte sei. Bei ihnen kam nur Alles darauf an, wie die Kirche mit ihnen verfuhr, um sie auch zu rechter Klarheit und Glaubenstreue zu führen und die halbherzigen Christen recht innerlich mit sich zu verbinden. Die talmudischen Juden verfuhren von Anfang an mit den Talmudfeinden auf's Schändlichste. Mystische Schwärmerei war ja freilich unter den Letzteren vielfach zu finden, und hier oder da hatte dieselbe auch sittlich bedenkliche Folgen. Aber die Talmudisten übertrieben das Alles ungemein, wie die gerichtliche Untersuchung ergeben hat. Man war eben froh, einen Grund ausfindig zu machen, um die Obrigkeit auf die eigenen Brüder Hetzen zu können. Als man diesen hatte, zerriß man die Familien, nahm ihnen all ihr Hab und Gut und warf sie in die Gefängnisse — das war die Antwort, die man auf das mahnende Zeugniß gab, daß Juden es wagten, in der christlichen Lehre irgend etwas von Wahrheit finden zu wollen. Der Bischof Dembowski von Kamieniec erst erkannte es, wie unwürdig es sei, daß sich Christen hergaben, die Hasses- und Rachegedanken der Inden auszuführen; natürlich wird er dafür von einem Grätz verdammt. Als Bischof Dembowski die Angelegenheit vor seinen Stuhl zog, stellte sich die Sache der Talmudgegner für's Erste günstiger. Es kam denselben aber darauf an, eine bleibend gesicherte Stellung zu erlangen. Eben deshalb wünschten sie ihre Ueberzeugungen und Absichten klarzustellen und schlugen zu diesem Zwecke öffentliche Disputationen vor. Bei denselben und in ihren Bittschriften vergelten sie allerdings Haß mit Haß. Daß die Beschuldigungen gegen ihre Gegner, dieselben mordeten christliche Kinder, um deren