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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 3-4 (1879) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
3-4 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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59 Starosten von Busk und Gliniany erhalten und könnt euch anbei des Schutzes des Königs wie auch der vornehmsten sowohl geistlichen als weltlichen Herren versprochen halten. Allein wo ihr euer Heil noch weiter verschiebt, so befürchten Wir und fangen gleichsam an für eure Seelen zu zittern, daß die Mühe, welche Unsererseits zu eurer Bekehrung angewandt wird, durch einige und beständige Aufschiebung der heil. Taufe fruchtlos ablaufen, und ihr nicht gar zuletzt ein Gespött des Teufels werden möchtet. Ich empfehle euch demnach der heiligen Obhut meines Gottes, des Gottes eurer Väter. Ach, daß er das Gebet seines Dieners David erhöre, da er ihn um seine Barmherzigkeit über das zerstreute Volk Israel Ps. 105, 43—48 anruft. Dieses wünschen Wir euch von Herzen; und wenn ihr euch zum Muster im Glauben werdet dargestellt haben, wünschen Wir es ebenfalls euren Kindern, welche sich in dasigen Landschaften befinden." Soweit mögen die über die Angelegenheit vorliegenden Aktenstücke selbst angeführt werden; dieselben reichen zur Charakterisirung des Ganzen hin. Ihre Zahl ist freilich viel größer, Grätz bringt noch mehrere derselben in italienischer, lateinischer und französischer Sprache bei. Aus den vor den bischöflichen Stühlen mit den Talmudgegnern vorgenvmmenen Verhandlungen ergiebt sich, daß dieselben ursprünglich Anhänger der jüdischen Geheimlehre und besonders des Buches Sohar waren, auf welche sich berufend Sabbatai Zewi ein Jahrhundert zuvor als der rechte Messias Gottes von zahlreichen Schaaren der Juden überall in Asien, Europa und Afrika ausgenommen worden war. Der schließliche Uebertritt dieses Sektenhauptes zum Muhamedanismus entfremdete ihm trotzdem durchaus nicht alle seine Anhänger; die messianische Hoffnung war einmal zu tief gewurzelt, als daß sie selbst ein Betrug ersticken konnte. An den Gedanken des Buches Sohar, das eine Art Dreieinigkeit und Menschwerdung des Gottessohnes lehrt, hielten sehr viele Juden, besonders in Europa, fest, und dies machte dieselben dann auch gegen die christliche Kirche freundlich gesinnt. Zum Uebertritt aber vermochten sie sich der Regel nach nicht zu entschließen. Die römische und griechische Kirche, in deren Mitte sie lebten, boten ihnen zu vielen Anstoß, überdem trugen sie sich mit national-jüdischen Gedanken, welche keine Erfüllung fanden, wenn sie einfach zur Kirche übertraten. Eben darum war es auch erklärlich, daß ein Mann wie Jakob Lebvwicz oder Frank, der als Gesandter Gottes zur Erfüllung aller Verheißungen desselben vor sie trat, mit Begeisterung ausgenommen wurde. Das warnende Beispiel Zewis trat demselben nicht hinderlich in den Weg, denn das Verlangen der Herzen war ein zu starkes. Im November 1755 erschien Frank, aus der Türkei herkommend, unter den polnischen Juden, und nun gewann die messianische Be-

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