Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1879-01-01 · 3-4 (1879) · page 23

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
3-4 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554852-2554855--07164-2563171
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SS Wir hatten 1) in unserer vorigen Bittschrift Ew. Fürstl. Durchlaucht gebeten, daß es uns erlaubt sein möchte, mit den Feinden des Kreuzes Christi in einen öffentlichen Wortstreit einzutreten. Die Bewegungsgründe, so uns dazu antreiben, sind, daß unsere Widersacher nicht etwa sagen sollen, daß nichts als die äußerste Armuth, worin viele der Unsrigen versinken, die wahre Ursach sei, daß wir die heil. Taufe verlangen, und daß wir solches etwa thun aus Geiz oder anderen verdächtigen Absichten und solchen Betrügereien, die dem jüdischen Geschlechte so eigen sind. Vielmehr verlangen wir es, daß, da sich eine sehr große Menge vorfindet, die unserer Meinung ist, sich aber aus Furcht in verschiedenen Ländern und Städten geheim halten muß, solche alsdann, wenn sie erfahren würden, daß die Wahrheit, so wir bekennen, von höchster Obrigkeit für rechtgläubig erkannt worden, sich gleichfalls entdecken und ihrer Seele Heil suchen werden. Denn widrigenfalls würden unsere Brüder uns einer Uebereilung beschuldigen, und können sich gar wohl an unserem so unbedachtsamen Verfahren ärgern und von dem Eifer zur wahren Lehre abgeschreckt werden. Ja, endlich werden wir auch durch diesen öffentlichen Widerstreit unfern verstockten Widersachern und Gotteslästerern die Augen öffnen, daß sie die Klarheit der in der heil. Schrift enthaltenen Lehre Gottes sehen können, wie wir denn ihnen als unfern Nächsten ebenso eine Erleuchtung und das Heil ihrer Seelen von Herzen wünschen. 2) Haben wir gleich Anfangs bei unserem in der Kamieniecer Diöcese gehabten Proceß einen gewaltigen Sturm von unseren Widersachern auszustehn gehabt, als welche uns bei den Herrschaften, unter deren Schutz wir standen und ans deren Gütern wir wohnten, auf das Schändlichste angeschwärzt haben, dergestalt, daß wir Haus nud Hof, ja Hab und Gut verloren und in einen so elenden Zustand versetzt wurden, daß sich einige hundert von unseren Mitbrüdern mit Weib und Kind in die zur Kamieniecer Diöcese gehörigen Dörfer geflüchtet und sich allda von nichts Anderem ernähren, als von den Almosen, so ihnen unsere Brüder aus Ungarn, aus der Wallachei und aus einigen andern Städten sammeln und mittheilen. Da sich nnn diese Armen und Elenden nicht gern auf türkischem Gebiete niederlassen möchten, wo Alles voll ist von unfern Widersachern, die sie ohne Zweifel auf's Aergste verfolgen würden,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.