Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 3-4 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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54 des heiligen Geistes erleuchtet, einerlei Sinn und Willen, und zwar einen solchen haben, der von einem zerknirschten Herzen den Ursprung hat, von uns, die wir die Ueberbleibsel des jüdischen Volks sind, aus dessen Schooße der unbegreifliche Gott auf eine unbegreifliche Weise gekommen, menschliche Gestalt anzunehmen, in welcher er sich auch in vergangenen Zeiten offenbart und sich, um die Sünde der ersten Eltern zu tilgen und das Heil ihrer Seelen zu befördern, Gotte seinem Vater, der ihm gleich ist, zu einem blutigen Opfer am Kreuze gegeben hat. Ew. Fürstl. Durchlaucht haben solche unsere Bittschrift der ganzen Christenheit bekannt gemacht. Aber die unbegreiflichen Beschlüsse der göttlichen Vorsehung haben uns nicht erlaubt, Denenselben Alles ganz zu entdecken, was uns unsere Mitbrüder mündlich auftrugen; sondern wir haben solches in unseren Herzen verwahrt und sind wieder zu ihnen zurückgekehrt. Kaum aber hatten wir bemeldetes Bittschreiben übergeben, als der große Gott Ew. Fürstl. Durchlaucht, wie dort den Elias gen Himmel, zur Würde eines Primas erhob. Wir freuen uns, daß, da Ew. Durchlaucht das Haupt der Geistlichkeit und erster Fürst dieses Reiches geworden. Dieselben noch fernerhin eben diese Sorgfalt für unsere Seelen haben, als Gott der Schöpfer für alles das hat, was er geschaffen, der durch sein Wort gesagt: „Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen u. s. w." Wir sind froh, daß Ew. Fürstl. Durchlaucht nach dem Beispiele des Hirten aller Hirten, welcher ist der Vater der Barmherzigkeit, in dem Sie sich freuen und dessen weise Vorsicht wegen unserer Bekehrung zur Gemeinschaft der Rechtgläubigen wir erkennen, uns auch den Schutz und Rath zur Beförderung unseres Heils vergönnen und angedeihen lassen, denn Gott hat Dero Familie erwählt, Dero Person gesalbt und ausersehn, um alle diejenigen zu trösten, die da weinen. Da wir aber damals zu Lemberg Ew. Fürstl. Durchlaucht nicht Alles haben vorstellen können, was uns von unfern Brüdern mündlich aufgegeben worden ist, die große Entfernung uns aber ein Hinderniß gewesen, daß wir uns nicht so leicht wieder zu Ew. Fürstl. Durchlaucht verfügen können, so haben wir uns jetzt wieder nach Lemberg begeben, um unser Verlangen durch gegenwärtiges Bittschreiben Denenselben schriftlich mitzutheilen.