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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 3-4 (1879) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
3-4 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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39 Vater. Derselbe war, wie er nun hörte, ein halbes Jahr zuvor gestorben. Bor seinem Tode hatte er noch ein großes Verlangen nach dem Christ gewordenen Sohne geäußert und die Brüder ermahnt, ihn zu lieben und ihm Hilfe zu erweisen, wenn er etwas brauche. Die Brüder aber folgten der väterlichen Weisung nicht, sondern haßten und verspotteten ihn, wo sie ihn nur sahen, wegen seiner veränderten Leibesgestalt. Nun kam er auf die Universität, zunächst besuchte er Gießen. „Ich machte den Tag zu einem Bußtage, damit ich das große Werk recht anfinge." Er hörte jetzt fleißig theologische und philosophische Vorlesungen und 1717 predigte er das erste Mal in der Stadtkirche zu Gießen über Matth. 18. Für sein Durchkommen war wohl gesorgt. Herr Gullmann und Frau Zeitler waren ihm wie Eltern, Dr. Pritius verschaffte ihm vom Frankfurter Ministerium Geld und Bücher, das Armenhaus blieb auch nicht zurück, und vom Magistrat erhielt er auf eine Bittschrift für 4 Jahre je 200 Gulden. Nach einjährigem Aufenthalte verließ er Gießen und ging nach Jena. Als er sich dem Professor Buddeus daselbst vorstellte, rief derselbe zuerst lateinisch aus: „Guter Gott, schon wieder sehe ich einen bekehrten Juden!" Zeitmann aber versicherte ihm, er käme nicht als Bettler, sondern sei mit Geld wohl versorgt. Dieser Professor wurde hernach sein guter Freund und hat ihm viele Liebe während seines Studiums in Jena erwiesen. Der Stadtsyndikus Dr. Fürstemann übergab ihm seinen Sohn zum Unterricht und nahm ihn selbst in sein Haus auf; er blieb bei ihm bis Michaeli 1720. Nun war das Ende seiner Universitätszeit gekommen, und wieder trieb es Zeitmann in die Einsamkeit; er pflegte an allen wichtigen Abschnitten seines Lebens sich zuerst oder noch einmal in ernster Selbstprüsung vor das Angesicht des heiligen Gottes zu stellen. Ein halbes Jahr darauf im März 1721 trat er in das Gullmann'sche Haus als Erzieher ein. Weil aber noch andere Familien ihm ihre Kinder zu übergeben wünschten, bezog er eine eigene Wohnung. Um diese Zeit erhielt er auch vom Stadtministerium die Erlaubniß, in den Dörfern der Stadt zu predigen. Er that dies fleißig. Aber die Unterrichtsstunden des Tages ließen ihn

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