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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 1-2 (1879) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
1-2 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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27 geschrieben, das wieder einmal recht deutlich zeigt, wie gar manche der heutigen gebildeten und humanen Wortführer unter den Juden noch immer die alte talmudische Gesinnung gegen Christum und seine Gemeinde in ihrer Mitte zu erhalten bestrebt sind; der einzige Unterschied ist nur, daß man früher Alles gerade heraus sagte, daß man es heute dagegen ein wenig umhüllt — desto größer ist aber die Wirkung. Kayserling schreibt: „Zur Zeit der Herodianer trat jenes Ereigniß ein, das, geringfügig und unscheinbar in seinen Anfängen, von weltgeschichtlicher Bedeutung wurde: die Entstehung des Christenthums. Schon mit dem ersten Erscheinen Jesus, des ersten Stifters des Christenthums, traten Frauen in den Vordergrund. Von Maria, der Mutter Jesus, welche nach talmudische« Quellen eine Haarflechterin war, kann hier nicht die Rede sein; ihr persönlicher Charakter und die Rolle, welche sie bei Lebzeiten ihres Sohnes spielte, sind im Allgemeinen dunkel. (Wir bemerken, daß hier also die talmudischen Berichte über Maria und Jesus, welche voller Scheußlichkeiten sind, als Autorität angeführt werden.) Ebensowenig wissen wir von ihrer gleichnamigen Schwester, welche sich mit dem Unterricht und der Erziehung kleiner Mädchen befaßt haben soll. Frauen hingen dem jungen, schwärmerischen Jesus, „diesem pharisäischen Juden mit galiläischer Färbung", von Jugend auf an; es war nicht die persönliche Anmuth, welche sie an ihn fesselte, sondern das natürliche Mitleid, das sie mit dem armen, talentvollen, jungen Manne empfanden, und die Neugierde, welche den Frauen im Allgemeinen eigen ist. Drei oder vier Galiläerinnen, sprichwörtlich wegen ihrer rohen Unwissenheit, waren seine treuesten Anhängeriunen; unter ihnen befanden sich: Maria von Magdala, eine überspannte Person von zweifelhaftem Rufe; Johanna, die Frau des Hausmeisters Chusa; Salome, die Frau des Fischers Zebedäus. Außer diesen waren noch einige andere, welche unbekannt geblieben sind, ihm sehr zngethan. Diese treuen galiläischen Freundinnen, die ihin nach Jerusalem gefolgt waren, begleiteten ihn auch auf seinem letzten Gang, als er am Rüsttag des Passahfestes, der damals auf einen Freitag fiel, durch die Römer an's Kreuz geschlagen wurde.

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