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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 1-2 (1879) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
1-2 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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26 gehn will, muß Alles vorhergesehn und festgestellt sein. Da darf man nicht akkordiren, feilschen, laviren, sondern den Muth seiner Meinung haben und Alles über Bord werfen, wie es übrigens der gesunde Menschenverstand nnd die Wissenschaft mit sich bringt. Solche Ideen nähern sich denen der Unitarier, aber wir wollen nicht in eine christliche Sekte aufgehn, wenn wir auch auf den Namen Juden Verzicht leisten könnten. Mein Ideal ist eine darauf gefaßte Religion, zu der sich jeder ehrliche und verständige Mensch bekennen könnte. — Wie bringt man das zu Stande? Ich bin bereit, mich einer solchen Bewegung offen anzuschließen, scheue mich auch nicht, ein bedeutendes Geldopfer dieser großen Sache zu bringen. Nie war ein Augenblick dazu günstiger im alten Europa als der gegenwärtige in Frankreich, — der Anklang bei den hiesigen Juden würde ungeheuer sein." Geiger antwortet diesem Manne ablehnend. Er spricht viel vom Judenthum, dessen Glauben mit den Vernunftwahrheiten durchaus übereinstimme, nnd das sich nur immer mehr, in allmähliger Entwickelung der jüdischen Gemeinden, von allen ihm nicht wesentlichen Zuthaten befreien müsse. Das Judenthum sei das eigentliche Urgut, welches der jüdische Stamm über die gesammte Menschheit auszubreiten habe. Die Aufgabe für die Juden sei daher nur 1) die Förderung der Wissenschaft und 2) fortgesetzte Anbahnung und Vollziehung der praktischen Reform. Bischossheim wird hieraus vernommen haben, daß die Synagoge allerdings sonst nichts Anderes als die Unitarier und alle rationalistischen Parteien der christlichen Kirche von jeher zu bieten hat, und daß es ihre einzige Eigenthümlichkeit ausinachen soll: dem jüdischen Stamme, auch wenn derselbe keinen besonderen religiösen Gedanken besitzt, seine ganz besondere, aparte Stellung zu erhalten. Am Ende bleibt cs also doch dabei, daß heute genau so wie in Christi Tagen und im Mittelalter die Selbstbewunderung und Selbstverherrlichung das Hauptstück des Jndenthums ist. Jüdische Gelehrte über Christum und die ersten Christinnen. Rabbiner Kayserling in Pest hat ein Buch unter dem Titel „Die jüdischen Frauen in der Geschichte, Literatur nnd Kunst"

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