Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 1-2 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 erhalten, die das Judenthum verlassen möchten, aber nicht wüßten, wohin sich alsdann wenden. Sie wollten deshalb ihn, den Proselyten, um Rath fragen und von ihm zumal erfahren, welche denn die wahre christliche Kirche sei? - Herr von Loen, ein sektirerischer Geist, hatte nun ein Buch geschrieben: „Die einzige Religion". Dieses Buch schien jenem Proselyten die beste Antwort auf die gestellte Frage zu geben. Er bat daher, ob er mit den bei ihm angelangten Abgesandten nach Lingen kommen und mit Herrn von Loens Hilfe das Werk daselbst übersetzen dürfte? Der Proselyt fügt diesem Briefe die Mittheilung hinzu, daß in einem Orte, Roda (?), 548 Rabbinen ein Konzil gehalten und bei dieser Gelegenheit sich tausende von Gleichgesinnten daselbst eingefunden hätten. Von diesen seien jene Deputirte ausgesandt worden, die auch Danzig und Amsterdam besuchen sollten, und die den Auftrag hätten, überall cs zu verkündigen, daß sie folgende fünf Punkte sestiglich glaubten: 1) Daß die einzige wahre Gottheit in drei Gestalten bestünde, 2) Daß der Messias wahrer Immanuel sei, 3) Derselbe aber gewiß der Jesus von Bethlehem, 4) Das Alte Testament ein Spiegel des Neuen, 5) Das Evangelium das wahre Wort Gottes. Wir denken nun demnächst einige der weiteren Urkunden zu veröffentlichen und zum Schluffe kurze erläuternde Bemerkungen über die ganze Bewegung hinzuzufügcn. (Fortsetzung folgt.) Cm merkwürdiges jüdisches Gekenntniß. Die Lebensbeschreibung von Abraham Geiger, welche der Sohn desselben hat erscheinen lassen, enthält unter Anderem einen Brief des reichen Israeliten L. R. Bischoffsheim in Paris vom 7. September 1872 an jenen bedeutenden Vertreter des modernen Judenthums, welcher für die heutigen jüdischen Zustände ungemein charakteristisch ist. Wir lassen denselben hier wörtlich folgen: „Ich bin seit langer Zeit getreuer Leser Ihrer Zeitschrift und bin vollkommen mit Ihren Ansichten über die Aufgaben und die Zukunft des Judenthumes einverstanden. Jedoch scheint mir, es sei Zeit, daß das Wort zur That werde, und daß die Verfassung,