Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 1-2 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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22 and wurden sie bedroht, daß, wenn sie ausbleiben würden, schwere Strafen über sie verhängt werden sollten. In diesem Termine haben dann die Talmudisten auf die Fragen ihrer Gegner keine zur Sache gehörigen Antworten gegeben. Der Bischof hat deshalb ihre Antworten für unrechtmäßig erklärt und ihnen befohlen, den Talmudfeinden direkt zu antworten. In Folge dessen zogen die Talmudisten eine Denkschrift hervor, die der Bischof öffnete und deren Inhalt er mittheilte. Zugleich drang er jedoch auf Beantwortung der von den Talmudgegnern aufgestellten Punkte. Die Talmudisten erbaten einen Aufschub zur Beantwortung derselben. Dieser wurde gewährt. Am Tage der Disputation (20. Juni 1757) beriefen sich die Talmudisten auf die früher von ihrem Abgesandten übergebene Denkschrift gegen die Lehrsätze ihrer Widersacher; die Anderen vertheidigten ihre Sätze. Nach Grätz gestehen selbst die jüdischen Quellen ein, daß die Talmudisten besiegt von dannen gingen. Jener jüdische Gelehrte fügt hinzu, daß sie wohl in Gegenwart der Christen sich nicht so frei hätten aussprechen können — in der That, ein wenig genügender Grund. Die Talmudisten aber hatten ihren Gegnern Unzucht und alle möglichen Scheußlichkeiten Schuld gegeben. Die Zeugen, welche sie vorsührten, erwiesen sich jedoch als bestochen. Die Talmudfeinde wurden keiner unzüchtigen Handlung überführt, sondern nur eines in den Grenzen der Sittlichkeit gebliebenen Tanzens, Singens und Küssens. Daß sie ihre Zusammenkünfte heimlich gehalten, sei aus Furcht vor ihren Feinden geschehen. Sie selbst, die Talmudgegner, bekennten sich zur Dreieinigkeit, die Talmudisten verwürfen das alte Gesetz Mosis, ihre eigenen alten Schriftsteller und den Messias; hingegen hingen sie den giftigen und gottlosen Lehren des Talmud und der Kabbala an, obwohl doch der Talmud so oft zum Feuer verurtheilt worden sei. Daher die Talmudisten als Feinde der Christen in vielen Ländern nicht geduldet würden, obgleich man sie, wo man sie einmal ausgenommen habe, ohne erhebliche Ursache nicht wieder vertreibe. Hiernach nun sei der Endbescheid gegeben worden, dahin lautend: daß die Lehrsätze der Talmudgegner mit den Lehren der heil. Schrift Alten Testaments übereinstimmten, und sie daher wohl geduldet werden könnten, dahingegen der Talmud und die kabbalistischen Bücher auf