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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 1-2 (1879) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
1-2 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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21 Gesinnungsgenossen, daß ihnen das Alte Testament durch die rabbinischen Auslegungen verfälscht und verkehrt worden wäre. Sie selbst gaben die Erklärung ab: „Wir glauben 1) Was Gott im A. T. zu glauben befohlen und gelehrt hat. 2) Die heil. Schrift kann von Menschen nach ihrem Wortlaute nicht erklärt werden ohne die Gnade Gottes. 3) Der Talmud ist zu verwerfen, weil er voll ist von unerhörten Lästerungen gegen Gott. 4) Gott ist einer und der alleinige Schöpfer aller Dinge. 5) Dieser Gott aber ist dreieinig den Personen nach, welche Personen ihrer Gottheit nach unzertrennt sind. 6) Es ist möglich, daß Gott das menschliche Fleisch annehmen und sich um der Sünde willen Leiden unterwerfen kann. 7) Jerusalem wird nach den Propheten nicht wieder erbaut werden. 8) Der in der Schrift verheißene Messias wird nicht erst kommen. 9) Gott selbst wird den Fluch aufheben, der über die ersten Ettern und ihr Geschlecht ausgesprochen worden ist, und das wird der Fleisch gewordene Gott thun. Wegen dieses Bekenntnisses haben ihre Feinde, welche die trüben Wasser des Talmud trinken, da sie stark und sehr mächtig, auch an Zahl sehr groß, sonst aber schwach sind, diese heilsame Lehre ausrotten wollen, und versuchen diese kleine Versammlung, wie der hungrige Löwe, der nach Beute jagt, und mit einer großen Masse erfundener Verbrechen hervortretend, zu verderben. Sie wollen die ersten Funken des heiligen Geistes ersticken, haben darum über die Schriften, welche dieses Bekenntniß enthalten, den Bann ausgesprochen, den Verkehr mit den Talmudgegnern abgebrochen, ihren Handel in Polen verhindert und verfolgen sie auf alle erdenkliche Weise. Das alles muß nun die Nichtswürdigkeit des Talmud offenbaren. Dagegen wollen die Talmudgegner in dem Obigen ihren Glauben zum bleibenden Gedächtniß niedergelegt haben." Das Protokoll ist unterschrieben von Kasimir Franciscns Klein, Canonicus. Es folgt alsdann ein Artikel aus der polnischen Warschauer Zeitung aus Kamieniec. Hier wird mitgetheilt: Auf den Antrag der Talmudgegner seien die Talmudisten vom Kamieniecer Bischof zum 17. Nvvbr. 1756 vorgeladen worden; da sie dieser Vorladung nicht folgten, wurde ein neuer Termin für den 16. Dezember festgesetzt.

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