Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 1-2 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Die Allg. Ztg. des Judenthums und viele ihrer Genossen weisen die Mission freilich aus die Schäden und Gebrechen der Kirche hin und heißen sie dort arbeiten. Aber die Kirche will die ganze Welt umfassen, darum theilt sie dieselbe auch nicht in Nahe- und Fernstehende ein, sondern will sie ganz erobern. Ein Heer, das in die Schlacht zieht, streitet ja auch nicht blos im Centrum und läßt die Flügel frei, es würde sonst unfehlbar umgangen und selbst überwunden. So weit die Schlachtlinie reicht, so weit tritt die Kirche mit ihren Streitern auf den Plan. Auf die Masse der Bekenner aber kommt's nie an, sondern auf ihren Glauben; das lehrt Israels Geschichte am Meisten; nur Wenige standen dort immer dem großen Haufen gegenüber, aber diese Wenigen erhoben ihr Zeugniß stets vor dem ganzen Israel, eben so gut vor den Königen, wie vor den Priestern, wie vor den Geringsten im Volk. Die Kirche weiß, daß ihr Herr und König schließlich die ganze Welt überwindet, und so zieht sie auch mit seinen Waffen, dem Evangelium und den Sakramenten, hinaus, um zu gleicher Zeit Christen, Juden und Heiden für das Königreich Gottes zu gewinnen. Christus aber ist A und O, der Erste und der Letzte, darum wird sie seinen Sieg noch einmal mit Augen schauen und sehen, wie Israel Allen voran in der letzten Zeit dem Heiland huldigt, in den es gestochen hat. Dessen gewiß treten wir Missionare auch euch, den Kindern Israel, von Neuem ganz getrost entgegen und stellen Ihn wieder vor eure Augen, dem ihr doch gehört. Die Macht des 53. Kapitels Äesaia. Das katholische Schlesische Kirchenblatt theilt die folgende Geschichte mit, die wir um so lieber wieder erzählen, als sie von Neuem beweist, daß Juden selbst zur katholischen Kirche am allermeisten doch durch den Eindruck, den das Evangelium von dem Gekreuzigten auf sie gemacht hat, gezogen werden. Jenes Blatt schreibt: „Ein Seitenstück zu der wunderbaren Bekehrung des reichen Juden Ratisbonne theilt uns der ebenfalls vom Judenthum zur katholischen Kirche übergetretene P. Augustin Lehmann mit, der in einer religiösen Wochenschrift zu Grenoble in Südfrankreich vor kurzer Zeit folgende interessante Begebenheit veröffentlichte: