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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 1-2 (1879) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
1-2 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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11 nicht wenigen Juden keineswegs gleichgiltig, ob die Leute zur Kenntniß ihrer Gedanken über diese Punkte gelangen oder nicht, sondern sie gehen ihnen auf's Eifrigste nach und wissen die mannigfaltigsten Gelegenheiten zu finden, um dieselben für ihre Bestrebungen zu gewinnen. Ebenso sucht in Geldsachen und Sachen des bürgerlichen Lebens Niemand so eifrig an die Leute heranzukommen, als dies unter den Juden der Fall zu sein pflegt — aber wie viele Menschen giebt es, die davon sagen können, daß sich Juden an ihnen persönlich gemüht haben, um ihnen den wichtigsten Dienst zu leisten und ihnen zur Erkenntniß der religiösen Wahrheit zu helfen, deren Zeuge doch die Synagoge sein soll? Den christlichen Glauben helfen viele Juden unter den Christen niederreißen, aber in positiv religiöse Pflege nehmen sie so ziemlich Niemand außerhalb ihrer Gemeinschaft. Die Sache ist damit nicht abgethan, daß man von besoldeten Sendlingen der Christen und ihrem zweideutigen Geschäft redet. Ebensowenig würde es etwas austragen, wenn wirklich so ein Missionar 6000 Mark Jahresgehalt bekäme, wie es Philipps»« in der Nr. 47 seiner Zeitung behauptet. Herauskommen würde diese Summe freilich für die meisten derselben erst dann, wenn sich alle die Beleidigungen und Schmähungen, die Spott- und Hvhnreden, die Berwünschungs- und Fluchworte, welche die Missionare oft sehr reichlich unter den Juden zu ernten haben, in lauter Mark verwandelten und dieselben dann zu der wirklichen Besoldung hinzugezählt würden. Aber wäre es so, wie oben behauptet wurde, dann würde man nur sagen: „Hängt denn die Synagoge am Gelde so fest, daß sie für ihren Beruf, die Zeugin der Wahrheit in der Menschheit zu sein, nicht auch solche Summen opfern kann?" Und treiben wir ein zweifelhaftes Geschäft, dann mögen uns doch jüdische Missionare beschämen und die Ehre der Synagoge retten, indem sie ihr Werk vor der Welt besser ausrichten. Einen merkwürdigen Eindruck macht es aber allerdings, wenn unsere jüdischen Blätter, so oft sie auf die christliche Mission zu sprechen kommen, stets auszurechnen belieben, wie viel derselben eine Judenseele koste. Immer wird es so pomphaft augekündigt, daß die Synagoge die eigentliche reine Religion besitze, und daß ihr das gerade ihren unvergleichlichen Werth verleihe. Da sollte man doch denken, daß, wenn sie dem Geistlichen einen so erhabenen Cha-

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