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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 1-2 (1879) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
1-2 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 Schwierigkeiten Vorlagen, machte sie Halts; sie hatte thatsächlich nicht den Glauben, daß ihre innere Stärke dieselben besiegen und daß sie die widerstrebenden Herzen für sich gewinnen werde, sie hatte ebenso wenig die Liebe, für die es eine Unmöglichkeit ist, nur selbst reich zu sein und Andere darben zu lassen. Die Kirche erkennt als das Zeichen, in dem sie siegt, das Kreuz; das Krmz aber ist das Holz des Fluches, der Marter und des Todes. Wo sie hintritt, rechnet sie zuerst auf blutigen Kampf, und derselbe ist für sie etwas Selbstverständliches. Darum schreckt sie auch nicht davor zurück, daß die erste Antwort auf ihr Zeugniß gewöhnlich Spott und Hohn, Verachtung und Aerger, Haß und bittere Feindschaft und endlich Verfolgung und wilde Gewalt ist. Sie will Säearbeit treiben, aber sie hält sich bereit, den Bode«, welchen sie bepflanzen will, zunächst mit dem Blute ihrer Zeugen zu düngen. Mit ihrem Heilande bekennt sie: „Es sei denn, daß das Weizenkor» in die Erde falle und ersterbe, so bleibt's alleine; wo es aber stirbt, so bringt's viele Früchte." Wie viel Blutstropfen aber hat es sich wohl die Synagoge bisher in der Liebesarbeit an Anderen kosten lassen? Die Synagoge lebte für sich selbst, weil es ihr zu hart und zu viel erschien, für die Welt sich selbst dahinzugeben; in der Kirche fühlte man etwas von jenem Brennen in dem Herzen des Heilandes, der sein Leben für die Feinde hingab und es zur Versöhnung derselben opferte. Darum hat die Synagoge die Welt und die Menschheit eiseskalt gelassen, und darum hat die Kirche so viele Zeiten, Völker, Nationen, Geschlechter und Herzen an allen Enden der Erde im tiefsten Innern an sich gekettet. Das Eisern der Kirche um die Wahrheit und um die Menschen war oft ein falsches und gewaltsames, aber selbst in der Verzerrung erkennt man noch den gewaltigen Herzenstrieb; die Synagoge ließ die Anderen zumeist ruhig ihre Wege gehen, ihr Herz fühlte wenig für dieselben. Die Synagoge erklärt, daß die Kirche höchstens von ihren Brocken lebe, aber mit diesen vermeintlichen Brocken hat die Kirche die Völker gespeist, und trotz aller ihrer schrecklichen Sünden wie eine Mutter dafür gesorgt, daß dieselben ja nicht hungern möchten; die Synagoge dünkte sich inzwischen als eine reiche Herrin, aber sie sorgte nur für sich selbst, schuf für sich jene umfangreiche Literatur, von der ür. Philippson redet, dachte an ihre Freuden und

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