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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 11-12 (1878) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
11-12 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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300 wort des Sultans auf sich warten ließ, so that man Schritte, um die Bewohner des Mizpeh auszuhungern, indem man dasselbe beobachtete, als wäre es in Quarantaine. Den jüdischen Fleischern und Ladenbesitzern erlaubte man nicht, den Missionaren etwas zu verkaufen, und gegen die wurde die Exkommunikation ausgesprochen, welche dem Mizpeh dienen oder sich auch nur nähern würden, während man die daselbst bereits Angestellten zum Verlassen des Gehöftes zwang. Aber der Fanatismus ging noch weiter. Ein 80 jähriger gebrechlicher Engländer, der sich jeden Sonntag durch jüdische Träger zur Kirche hatte tragen lassen, kam plötzlich um seinen Besuch des öffentlichen Gottesdienstes, da die Juden es den Ihrigen nicht erlaubten, sich der Kirche zu nahen, und Muhamedaner in dieser Stadt den Christen nie einen solchen Dienst leisten. Die Schule erhielt durch diese Exkommunikationen einen schweren Schlag, und so weit Mogador in Frage kommt, war und ist noch heute das ganze Werk unterbrochen. Die Antwort des Sultans ist niemals ergangen, und die Missionare mit ihren Familien sind nie in persönlicher Gefahr gewesen; es fehlt aber an moralischer Unterstützung, und die will Niemand dort leisten. Die Rabbinen haben keine Macht zu ausgesprochener Verfolgung, aber sie üben eine solche nun doch in der allerempfindlichsten Weise aus, da sie reich sind und sich in der Majoritätbefinden. Deshalb wird der Jude, der das Christenthum ännimmt, ein außerhalb der Gesetze Stehender, und dies nicht allein bei den Eingebornen, sondern auch bei den Konsuln, die zu solchem Verfahren von der Israelitischen Allianz und der jüdischen Presse aufgestachelt und ermuthigt werden. Der bekehrte Jude, außer Stande, noch im Mellach zu bleiben und überhaupt irgendwo außer in dem Mizpeh, sieht natürlich den Missionar als seinen irdischen Beschützer und die Missionsgebäude als seine zweite Heimath an; aber selbst hier hat er durch schwere Versuchungen zu gehen. Als Christ hat er fortan hundertmal mehr von den Juden zu leiden, als früher, so lange er Jude war, von den Muhamedanern. Obwohl im Goluth (Gefangenschaft), waren seine Leiden erträglicher, jetzt ist sein Leben ein unerträgliches. Er mußte barfuß gehen, aber einmal im Mellach war er frei; jetzt wagt er das Missionsgehöft aus Furcht vor Angriffen nicht zu verlassen. Von den Juden bedroht, von den Muhamedanern verachtet, von den Christen nicht geliebt und mit Mißtrauen angesehen, will

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