Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 11-12 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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198 die nicht ihrem Bekenntniß gemäß wandeln. Fast alle Glieder der Christuskirche nehmen ein lebhaftes Interesse an dem Wohlergehen der Mission, und zwei oder drei sprechen auch mit ihren jüdischen Brüdern über die Forderungen Christi und daß sie Ihn noth haben, so oft sich ihnen dazu eine Gelegenheit bietet. Die Bekehrten mit ihren Familien und, Enkelkindern bilden nun eine ganz hübsche Gemeinde, so daß sich ein wachsendes Pastorales Bedürfniß für dieselben geltend macht. Die Gottesdienste in der Christus-Kirche werden regelmäßig abgehalten. Die täglichen hebräischen Gottesdienste finden im Sommer um 6 Uhr Morgens statt, im Winter um 7 Uhr; 12—25 Personen pflegen denselben beizuwohnen, im Durchschnitt 17. Die Sonntags-Morgen-Gemeinde beträgt mit den Schulkindern etwa 200 Personen; der deutsche Sonntag-Nachmittagsgottesdienst wird von 60 bis 70 besucht, der spanische Gottesdienst in der Frühe nur von 3 Familien. Wöchentlich finden englische und deutsche, gut besuchte Gebetsversammlungen statt, ebenso monatlich eine Missionsstunde, in denen das Jahr über 200 Mk. gesammelt worden sind; die Sonntagskollekte beträgt im Durchschnitt 20 Mk.; für die Opfer des Krieges wurden in der Kirche über 180 Mk. gesammelt. Die Mitglieder der deutschen Gemeinde und die der arabischen, welche in Verbindung mit der Kirchlichen Missionsgesellschaft steht, zeigen gegen die Judenmission jede Sympathie und ermuthigen ihre Arbeiter. So oft die Taufe eines Bekehrten und seiner Familie geschah, wohnten der deutsche Pastor und seine Gemeinde dem Gottesdienst in der Christus-Kirche bei. Am St. Andreastage fanden besondere Missionsgottesdienste statt, die Missionare der Kirchlichen Missionsgesellschast hielten hierbei einen Gottesdienst, der von 400 Personen der verschiedenen evangelischen Gemeinden besucht war; am Nachmittage hielt der Londoner Missionar einen englischen Gottesdienst in der Christus-Kirche, dem etwa 250 Personen beiwohnten. Dieser Verkehr und diese Vereinigung im Gebet waren eine Erfrischung und Stärkung für alle. Die im Unterrichte befindlichen Juden liefen zu große Gefahr, wenn sie in Jerusalem selbst übertraten, und 5 derselben sind deshalb nach Europa gegangen, wo sie theils getauft, theils noch ungetauft im Zusammenhänge mit verschiedenen Kirchen stehn. Miss. Friedländer hat aber auch beobachtet, daß unter den Juden Jerusalems