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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 11-12 (1878) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
11-12 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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191 „Die Juden hierorts sind sehr fanatisch; sie haben eine Bruderschaft errichtet, deren Wirksamkeit von ihren Anhängern sehr gefürchtet wird. Dieselbe hat über sie eine schreckliche Macht, die selbst über das Grab hinausreicht; denn sie giebt ihnen zu verstehn, daß, wenn sie die Religion ihrer Väter verlassen, sie nicht an der Stelle, die für die Gerechten, sondern in jenem Winkel, der für die schlechten Leute aufbewahrt wird, würden beerdigt werden." Dennoch können die Missionare nur mit Freuden über ihr Werk berichten. Das Verlangen nach Missionsschriften überstieg jede Erwartung, und dies in Warschau ebenso wie in den Provinzen. Briefe voller Fragen sind auch von den Juden aus andern Theilen des Reichs eingelaufen. Mehrere Personen haben den Unterricht erbeten und erhalten. Die Botschaft vom Erlöser ist weithin verbreitet worden, und dies konnte geschehn, da die Missionare überall freien und leichten Zugang bei den Juden fanden. In Synagogen, Kaffeehäusern und selbst unter freiem Himmel ist das Wort des Lebens frei verkündigt worden und der Gegenstand der Besprechung in großen Versammlungen von Juden gewesen. Die jüdischen Soldaten im Feldlager wurden auch nicht vergessen. Der Oberst eines Regimentes forderte den Missionar auf, an die jüdischen Soldaten im Lager vor ihrem Aufbruch nach dem Kriegsschauplatz eine Ansprache zu richten, was denn natürlich auch geschah. An Schwierigkeiten und Widerstand fehlte es freilich auch nicht, aber das darf nicht Wunder nehmen, denn man muß immer im Gedächtniß behalten, daß hier die Arbeit im eigentlichen Herzen des Judenthums geschieht. Widerstand erfuhr man hauptsächlich entweder bei den bigoten Chasidim, die unglaublich unwissend in der heiligen Schrift sind, oder bei jenen Reformjuden, die schnell dein Unglauben entgegeneilen, der unglücklicherweise in den großen Städten überhandnimmt. Erfreulich ist es, daß die Presse der Mission freundlich entgegenkommt und daß dieselbe durch ihre Mittheilungen die Kenntniß des Werkes verbreiten hilft. Einige satyrische Bemerkungen zweier Blätter sind bald verstummt. Die Missionsreisen machen natürlich auch die Sache allgemeiner bekannt, und die Obrigkeit sowohl, als viele evangelische Geistliche und andere Christen haben den reisenden Missionaren alle mögliche Förderung in ihrer Arbeit zu Theil werden lassen. Eines Tages 13*

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