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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 11-12 (1878) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
11-12 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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ISS hatten die Missionare in einer Synagoge selbst Gelegenheit ihr Zeugniß abzulegen. Als sie in dieselbe eintraten, waren etliche Juden daselbst anwesend, mit dem Studium des Talmud beschäftigt. Alle verließen sogleich ihren Platz und umringten sie, mit dem gewöhnlichen Gruße: „Friede sei mit euch!" ihnen entgegenkommend; der Unterrabbi ging den Andern mit gutem Beispiele voran. Mittlerweile füllte sich die Synagoge mit Juden und Jüdinnen, welche die Missionare hatten eintreten sehn. Eifrige Fragen aller Art erfolgten, besonders that sich hierbei der Rabbi hervor. Aus Prediger Ellis weisend sagte er: „Dieser Herr ist gewiß kein Eingeborner unsers Landes, denn er sieht nicht wie ein solcher aus". „Nein," lautete die Antwort, „er ist ein Engländer". Aller Augen richteten sich auf Pred. Ellis. „Aus England," sagte der Rabbi erstaunt, „wo unsere Brüder so wohl behandelt werden, und wo sie so viele Freiheit genießen! Ich wünschte, auch unser Loos wäre unter sie gefallen, denn hier sind wir gar zu sehr herabgekommen." „Ja, sic genießen alle zeitlichen Vortheile," antwortete der Missionar, „aber viele von ihnen sind um ihren geistlichen Zustand nicht zu beneiden; in dieser Beziehung sind sie gleichermaßen herabgekommen. Dasselbe Ding, das doch Allen noththut, ihren wie euren Seelen, fehlt Beiden; sie kennen nicht den großen Plan der Erlösung, einen Plan, den Gott bald nach dem Fall der Menschen gestiftet hat, damit sie ihrem Sündenelend entfliehen möchten. Israel hatte insbesondere den Vorzug, dieses Erlösungsplanes sich freuen und denselben den andern Nationen bezeugen zu dürfen, aber es verachtete und verwarf ihn. Der Grund, warum dies geschah — nehmt es nicht übel, daß euch dies mit allem Ernst bezeugt wird — sind ganz besonders jene Bücher, in die ihr so sehr vertieft wart, als wir hier eintraten, und daß jenes Buch, welches die Erkenntniß Gottes enthält, auf euren Tischen nicht gesehen wird. Hier erblickt man allein die dicken Talmudbände, mit deren Studium ihr den besten Theil eurer Tage zubringt, die doch viel besser dem Studium des Wortes Gottes gewidmet wären, da ihr die Verheißung von Israels Herrlichkeit und den Plan seiner Erlösung findet." Ein verächtliches Lächeln ging über das Gesicht des Rabbi, der die ganze Zeit über mit kaum unterdrücktem Zorn zugehört hatte, nun aber den Mssionar unterbrach und sagte: „Nicht weiter, ich bitte Sie, Sie haben es schon versucht, das Fundament unserer

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