Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 11-12 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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18S haben? Sie haben selbst Religionsunterricht gehabt und sich vorbereitet, Andern solchen zu ertheilen." Die Katechumenen entgegneten: „Man hat uns nie gelehrt, in die Prophezeiungen einen Blick zu thun, noch haben wir je die Schrift so gelesen oder verglichen, wie jetzt bei Ihnen; in der Thal, unser Religionsunterricht hatte sich auf die fünf Bücher Mosis und auf eine kurze Geschichte der Propheten beschränkt; wir mußten auch den Katechismus und die 13 jüdischen Glaubensartikel lernen; aber alles das war so uninteressant (zumal es uns nie erklärt und darum auch nicht verstanden wurde), daß es eine förmliche Ausgabe war zu lernen." „Leider", mußte der Missionar antworten, „ist dies überhaupt der Fall bei der größeren Zahl der Juden. Der Messias wird nie zum Gegenstände des Studiums gemacht, und daher kommen sie nicht zu dem Hellen Lichte, welches Gott in seinem Worte angezündet hat." Es war wirklich, als wenn Schuppen von den Augen der Beiden fielen, so daß sie jetzt selbst unterscheiden und das Wort Gottes in seinem eigentlichen Sinne verstehen konnten. Sie kamen nun aber alle Wochen, forschten in der Schrift, bis die Zeit ihrer Taufe herbeikam, und endlich wurde ein Tag für diese heilige Handlung festgesetzt. Ihr Vater drohte ihnen, sie aus seinem Hause zu treiben, wenn sie dabei verbleiben würden, das Christenthum anzunehmen. Wenige Tage vor ihrer Taufe sagte er zu ihnen: „Ich gebe euch drei Tage, um den Schritt zu bedenken, den ihr thun wollt". Sie antworteten: „Wir brauchen nicht so viel Zeit, wir können unsere Entscheidung sogleich geben". Sie hatten das Wort recht gelernt, das uns der Herr eingeprägt hat: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist mein nicht werth"; daher besprachen sie sich nicht mit Fleisch und Blut, sondern standen fest in der Freiheit, dadurch Christus sie frei gemacht hatte. Sonntag Abend, den 23. Septbr., bekannten diese beiden Glieder des Hauses Israel offen ihren Glauben an Christum. Es war ein feierlicher Anblick, die jungen Leute am Taufsteine knieen zu sehn, umgeben von einer kleinen Freundesschaar und in Gegenwart ihrer betagten Mutter, um durch die Hand des Predigers Dr. Forbes, der an ihnen ein herzliches Interesse nahm, die Taufe zu empfangen. Wenige Tage nach ihrer Taufe führte der Vater seine Drohung aus und sagte: „Da ihr gegen meinen Willen Christen geworden, so müßt ihr alle (Weib, Sohn und Tochter) euch nun nach einer 13