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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 11-12 (1878) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
11-12 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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188 sich Jener im Unterricht befunden, in Anschlag brachte. Doch machte der Missionar diesen Gegenstand nun zum besonder» Gegenstand seines Unterrichts und glaubte, daß es ihm gelungen wäre, die betrügliche Idee von der Rechtfertigung zu Schanden zu machen, weil der junge Mann fortan nun keine weiteren Einwürfe gegen diesen Punkt erhob. Aber dessen Besuche wurden weniger häufig und hörten endlich ganz aus. Lange Zeit verlor der Missionar ihn und seine Familie völlig aus dem Auge. Der Herr aber, der das gute Werk begonnen, führte es fort; denn als der Missionar eines Tages auf einem der Boulevards spazieren ging, traf er den jungen Mann, und bevor er irgend eine Frage an denselben richten oder sich erkundigen konnte, warum er ihn nicht mehr besucht habe, sagte dieser: „Herr Mamlock, ich freue mich sehr, Ihnen zu begegnen; ich wollte soeben an Sie schreiben und Sie fragen, wann Sie mich und meine Schwester in Ihrem Hause empfangen könnten? Wir wünschen Beide zur Taufe vorbereitet und von Ihnen getauft zu werden. Den Unterricht, den Sie mir gaben, gab ich meiner Schwester, und wir haben die Sache miteinander ernstlich überlegt; nun aber sind wir zu dem Schlüsse gekommen, daß wir getauft werden müssen." Diese unerwartete Begegnung und Bitte kam so plötzlich, daß der Missionar kaum wußte, was sagen; ehe sie aber auseinandergingen, wurden ein Tag und eine Stunde festgesetzt, wo die Beiden in sein Haus kommen sollten. Sie erschienen zur bestimmten Zeit, und es fand sich, daß der junge Mann die Botschaft vom Kreuze, die er selbst empfangen, seiner Schwester treulich übermittelt hatte, und daß sie im Allgemeinen ziemlich gut bereits unterrichtet waren; doch mußten sie noch einen regelmäßigen Unterricht erhalten. Deswegen kamen die Geschwister wöchentlich zu dem Missionar, und es war eine Freude anzusehn, mit welcher Aufmerksamkeit sie Allem zuhörten, was ihnen jener zu sagen hatte. Als er mit ihnen die geschichtlichen und prophetischen Theile des Alten Test, las und Schrift mit Schrift verglich, hielt die Dame einen Augenblick inne und sagte dann: „Wie klar zeigt es uns das Wort Gottes, daß Jesus der Messias ist!" und fügte dann fragend hinzu: „Wie kommt es, daß Angesichts dieser deutlichen Erklärungen die Juden und ihre Rabbinen Jesum nicht als den Erlöser der Welt erkennen und annehmen?" Der Missionar antwortete: „Wie kommt cs, daß Sie ihn nicht früher angenommen

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