Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 11-12 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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185 Blättern sind die Juden ernstlich davor gewarnt worden, sich mit demselben in Gespräche einzulassen, oder von ihm Bücher zu kaufen; diese Warnungen förderten jedoch sein Werk eher, als daß sie dasselbe gehindert hätten. An einem Orte besuchte der Missionar den jüdischen Lehrer, der ihn sich zu setzen bat und zu ihm sagte: „Mein Herr, es interessirt mich sehr. Sie zu sehen, denn ich habe soeben Ihren Namen in einem Blatte gelesen, in welchem wir vor Ihnen und Ihren Büchern gewarnt worden sind!" Das Gespräch, welches hierauf zwischen Beiden statkfand, endete damit, daß der Lehrer ein hebräisches Neues Testament und Traktate kaufte. 5. Hesterreich. Sehr wenig befriedigt spricht sich Miss. Znckertort über die Juden der westlichen Reichshälfte Oesterreichs aus. An den meisten Orten, in denen er sie besuchte, fand er sie wohlhabend; aber selbst die als orthodox verschrieenen sind größtentheils herzlich wenig religiös. Ein achtbarer Israelit sagte zu dem Missionar an einem Orte, dessen Judengemeinde als ganz besonders orthodox gilt, daß wohl von Hundert derselben 99 nicht einmal den Sabbath in ihren Häusern halten. Oft erklärten ihm Juden, daß sie sich von der jüdischen Gemeinde getrennt hätten, um nicht die Abgaben für dieselbe zu zahlen. Zu gleicher Zeit aber wiesen sie triumphirend auf neuere Schriften hin, welche das Christenthum herabsetzen und das Judenthum verherrlichen, trotzdem dabei eingestehend, daß auch unter ihnen der Glaube immer mehr allen Grund und Boden verliere. Nicht minder ernst lauten die Urtheile von Miss. Lotka über die Juden Galiziens. Der rabbinische Fanatismus, welcher sich daselbst immer noch mächtig genug erhebt, ist trotzdem nur eine Brücke zum Unglauben und nicht eine Schranke gegen denselben. Denn die meisten der Juden, welche die Vernunftwidrigkeit und die üblen Folgen der falschen Schlüsse erkennen, die ihre Rabbinen aus der heiligen Schrift ziehn, brechen alsdann mit den Aufsätzen der Nettesten und zugleich auch mit dem Worte Gottes. So lange sie noch unter den Augen der Rabbinen stehn, stellen sie sich freilich orthodox, aber kaum denselben entflohen, entweihen sie auch den Sabbath und treten alles Heilige mit Füßen. Viele, die das Trügerische und Absurde des Talmudismus entdecken, suchen allerdings eine Zeit lang ihre Zuflucht bei den Reformern, aber wenn