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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 11-12 (1878) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
11-12 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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183 Eben jener Kolporteur trat bei einer Jüdin ein; er erzählte ihr, .was fromme Leute in Deutschland und England thun, um das Evangelium zu verbreiten, wie gar Viele ihr Land verließen und zu barbarischen Nationen gingen, wie sie auch die Juden besuchten, wie sie keinen Spott und keine üble Behandlung achteten, und wie sie so viele tausend Thaler darauf verwendeten, um die Wahrheit denen zu bringen, welche sie nicht kennen. Die Dame antwortete: „Nun ja, in einer solchen Religion muß Wahrheit sein; bei uns giebt es nichts Derartiges; unsere Leute würden keinen Pfennig dafür geben, daß Jemand bekehrt werde, dagegen sind sie völlig gleichgiltig." Sie kaufte hieraus ein Neues Testament und etliche Traktate. Während sie aber noch mit dem Kolporteur sprach, kam ihr Mann, und als dieser nun eine Weile der Unterhaltung zugehört hatte, gerieth er in Wuth und befahl dem Kolporteur, seine Wische (die Schriften) einzupacken und sich aus dem Hause zu scheeren. Die Dame jedoch nahm ihre Bücher, legte sie bei Seite und erklärte ganz bestimmt: „Die gehören mir und sind keine Wische, sondern gut und nützlich, und Niemand soll sie anrühren!" Aber auch von einer andern Seite her fühlt man jüdischerseits, daß es doch mit dem Christenthum ein eigenes Ding ist. Man hat in Frankfurt a. M. Gebets-Versammlungen eingerichtet, zu denen durch die öffentlichen Blätter eingeladen wird, und in denen sich auch Juden einfinden. Letztere aber waren überaus erstaunt, allerlei Leute in diesen Versammlungen aus dem Herzen beten zu hören, und das in einer Weise, die doch auf sie Eindruck machte. Das war für sie ganz etwas Neues, denn der Jude betet fast nur geschriebene Gebete. Einige erklärten geradeswegs, das seien wirklich Gebete gewesen, was sie da gehört hätten, und in ihren Synagogen oder Tempeln höre man dergleichen nicht. Natürlich wies man sie dann aber auch zu dem Heilande hin, welcher den Seinen gesagt hat, sie sollten in seinem Namen beten, und der ihnen hierauf den Geist des Gebets und der Fürbitte verleiht. Ueberaus fleißig und rege hat sodann Miss. Flad, wie bekannt früher in Abessinien, den Juden in Würtemberg und Baden das Evangelium verkündigt; er besuchte nicht weniger als 55 Städte und Dörfer mit einer jüdischen Bevölkerung von 20,000 Seelen. Zugleich ließ er es sich auf diesen Reisen angelegen sein, den Christen in Versammlungen Israel und die Judenmission an's Herz zu legen;

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