Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 11-12 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Sommers aber war sein Leben im Haag in offenbarer Gefahr. Er trat in den Laden eines Juden in der Jakobsstraße und wurde, als er etliche Worte gewechselt hatte, aufgefordert, in das Zimmer zu treten, das sich im Hintergründe an den Laden anschloß. Als er nun dort mit großer Hcrzensfreudigkeit den Nachkommen Abrahams das Heil in Christo verkündigte, traten noch zwei andere Juden zu denselben. Einer derselben wurde besonders erregt, als sich Bloch auf die Propheten berief. Plötzlich stürzte sich der Jude auf ihn und schlug ihn mit einem Werkzeuge auf den Kopf. Miss. Bloch erzählt, er wisse noch heute nicht, wie er aus dem Hause kam und den Händen der Juden entfloh. Pr. Adler ließ es sich angelegen sein, in Utrecht und Rotterdam biblische Vorträge zu halten und, da er hierbei recht ermuthigende Erfahrungen machte, veranstaltete er solche auch in Leyden. Der Saal in Rotterdam füllte sich von Monat zu Monat mehr und . endlich in solchem Maße, daß er überfüllt war. In Utrecht ist in Folge dessen ein reges Missionsinteresse erwacht. ' Auch Juden waren übrigens stets unter den Zuhörern. Die Zahl der Bekehrten in Holland ist nicht gering. Eine treue Proselytin S. M. entschlief jüngst im lebendigen Glauben. Der bekannte Miss. Pauli hatte sie vor 30 Jahren getauft. Als sie der Wahrheit nachforschte, hatte sie um Christi willen viel zu leiden. Ihr Vater ließ sie damals durch die Polizei aus Amsterdam schaffen, und im Judenviertel wurden ihr unter den Augen ihres unnatürlichen Vaters mehrere Zähne ausgeschlagen. Ihr christlicher Glaube jedoch blieb unerschüttert, ihr Leben war musterhaft, ihr Ende im Frieden. Mit besonderem Danke wird es erwähnt, daß verschiedene Geistlichen Hollands die Sache der Judenmission ihren Gemeinden warm an's Herz legen. 4. Deutschland. Auf deutschem Boden ist auch im vergangenen Jahre wieder ernstlichst gearbeitet worden, und das nicht, weil hier die meiste Frucht erwächst, sondern weil hier im Gegentheil fast das schwerste Werk zu thun ist. Das deutsche Judenthum hat einmal die Führerrolle innerhalb der jüdischen Gesamuttheit überkommen, und so muß diesem auch besondere Aufmerksamkeit zugewandt werden. Er-