Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 9-10 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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17t Nicht Siechthum länger, sondern — Sterben — Schweig', Tochter Zion, schweig'! Doch nein! Du wirst einst wieder leben, Jerusalem! dann wird entzückt Man dich zur Erde sehen niederschweben. Dem Bräutigam wie eine Braut geschmückt. Dann lebst für immer du in Frieden, Die Nacht des Abfalls ist geschieden. Die schwarze Finsterniß verging. — Wenn für die schwerste deiner Sünden Gott selbst Vergebung dir wird künden. Dann, Tochter Zion, sing'! 2. Aas Wuch Lstljer. I. Abth. Ueöersetzung und Erklärung. Im Anhänge die Uebersetzung des zweiten Targum. Von D. Paulus Cassel. 1878. Berlin, bei Rothberger, Bahnhofstr. 1. Das ist eine ernst wissenschaftliche Leistung des bekannten und so überaus fruchtbaren Gelehrten und Predigers Cassel. Die trefflichen Eigenschaften der Cassel'schen Schriften: große Gelehrsamkeit, reiche Belesenheit, eine klare Darstellung und herzliche Wärme für den Gegenstand, über den er schreibt, treten uns auch hier entgegen. Ungemein klar und lebendig zeichnet er in seiner Auslegung besonders die Gestalten des Mordechai und der Esther, denen er es mit feinstem Gefühl ablauscht, wie in ihnen der Pulsschlag von Angehörigen des alten Bundesvolkes auf- und abgeht. Freilich ein wenig idealisirt er zu sehr die Gestalten der Beiden, aber doch verschweigt er es nicht, daß zwischen ihnen und den Gläubigen aus der früheren Zeit Israels, um so mehr aber zwischen ihnen und den Gläubigen des Neuen Testamentes ein großer Unterschied besteht. Ueber das alles wird der zweite Theil wohl auch noch mehr sagen. Denn freilich, wir spüren bei Mordechai und Esther eine uns vielfach wehe thuende Herbigkeit. Offenbar beginnt in ihnen schon das nationale Gefühl das innerlich religiöse zu überwiegen, oder es ganz und gar zu bestimmen und zu beherrschen; und wir sehn Beide bereits in Gefahr, dem Sinne zu erliegen, welchem hernach auch wirklich die Pharisäer und das jüdische Volk seit Christi Tagen erlegen sind. Das Buch Esther ist eben deshalb von größter Wichtigkeit, daß es uns wahr und ungeschminkt die Juden aus der Zeit seit der