Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 9-10 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Verbirg's und leer' in Sack und Asche Den bitter» Kelch der Sklaverei! Vielleicht, daß einst der Ruf dich überrasche Am Tag des Herrn, der süße Ruf: Sei frei! Daß einst nach siebzig Jahreswenden Des Tempels Wände neu erständen. Daß selbst der Euphrat seinen Lauf Müßt' ändern, um in Babels Gassen Den fremden König einzulassen- Horch', Sängerin, horch' auf! Ja, jener König wird einst bauen Dein Tempelhaus in neuer Schön', Vor ihm entweicht der Feind aus Judas Gauen, Sein Mund bringt Freudenbotschaft Zions Höh'n. Nach langem Schlaf wirst du erwachen. Das Glück wird über dir noch lachen. Wie hart die Schmach, der Streit wie lang! Willkommen, tapfre Makkabäer, Ihr Löwensöhne der Ebräer! Auf, Tochter, zum Gesang! Doch noch viel herrlicher erfüllet Sich deine Sehnsucht, Israel, Wenn einst das große Heil sich dir enthüllet, Wenn der Verheiß'ne kommt, Immanuel. In Niedrigkeit naht er den Seinen; Um als ihr König zu erscheinen, Giebt er sein Leben für sie hin. Und vor ihm her ruft sein Elias: „Das ist dein Goöl, dein Messias!" — Knie nieder, Sängerin! Er wird verworfen! — Klagt, Jungfrauen, Ob unsrer Blindheit, klagt und weint! Der Ort wird uns geraubt von Adlerklauen, Der Ort, wo liebend er sich uns geeint. Ob siebzig Mal das Jahr sich wende. Nun nimmt die Sklaverei kein Ende! Du wehrst dich wüthend — Alles gleich! Nun folgt nicht Kerker, nein, Enterben,