Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 9-10 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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173 Gefangenschaft zeichnet, und daß es am Deutlichsten den Uebergang darstellt, der sich von dem religiösen Leben der Patriarchen, des Moses, der Propheten und der Frommen ihrer Tage zu dem religiösen Leben vollzogen hat, das wir unter dem Israel z. B. der Tage Christi und der talmudischen Periode erblicken. Andeutungen der Art giebt auch bereits D. Cassel, und wir sind dessen gewiß, daß er im zweiten Theil gerade diesen Gegenstand recht klar zur Darstellung bringen wird. In der Uebersetzung des Buchs, welche der zweite Targum giebt, zeigt sich bereits jener falsche Sinn in weiterer Entfaltung; eben darum war es ein sehr richtiger Gedanke, die Uebersetzung von Esther selbst und die des Targum einfach neben einander zu stellen. Außer diesen beiden Büchern nennen wir aber das uns gleichfalls zur Besprechung zugesandte: 3. Aie Geschichte des jüdischen GolKes. Von Rabbiner Dr. Bäck. 1878. Liffa, bei Scheibe!. 4. und 5. Lieferung. Diese Bände besprechen den Zeitraum etwa vom Jahr 1100 bis zum Auftreten von Sabbatai Zewi 1660. Der Eindruck, den die früheren Lieferungen auf uns gemacht haben, wiederholt sich bei diesen letzteren. Bäcks Geschichte ist ganz entschieden die maßvollste von Juden in neuerer Zeit geschriebene. Von der bitteren Feindseligkeit des Dr. Grätz hält sich Dr. Bäck frei. Sieht er auch bei den Konflikten zwischen den Juden und ihrer Umgebung die Schuld fast nur auf der Seite der Anderen, so verfolgt er dieselben doch nicht mit jener Gehässigkeit, die man sonst fast stets in jüdischen Schriften findet. Seine Geschichtsschreibung ist auch eine durchaus einseitige, aber man wird nicht durch jenen widerwärtig parteilichen Geist verletzt, von dem z. B. Dr. Grätz bis zum Uebermaß erfüllt ist. Wer einen Einblick gewinnen will, wie die Juden selbst ihre Geschichte beurtheilen, der wird dies bei Dr. Bäck in ganz angemessener Art dargestellt finden. Inhalt: Wie viele Juden werden jährlich getauft? — Das Kirchenlied als Missionar. — Ein Erstling in Wien. — Sind die Proselyten meistens Vagabonden u. Abenteurer? — Ein schwedischer Judenmissionar. — Abraham Herz, als Christ Christian Leberecht. — Zur Proselytenfrage im Judenthum. — Vom Büchertisch. Preis des Jahrgangs 1 Mk. Briefe und Liebesgaben für die Judenmission sende man gefälligst an „Pastor de le Roi, Breslau, Grün-Straße 20". Zn Commission: Carl Dnlfer's Verlag in Bresla«. Druck der Schreiberhau-DieSdorfer Rettungs-Anstalten. (Diesdorf bei Kuhnern.)