Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 9-10 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554844-2554850--07064-2563068- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Etwas so wenig Greifbares und Verschwommenes wäre also Gott im Judenthum! Um. so nachdrücklicher weist Dr. F. uns, wieder rat Sinne großer Schaaren der Seinen, darauf hin, daß das zweite jüdische Dogma etwas sofort in die Sinne Fallendes sei, eine geschichtliche Thatsache, nämlich die Auserwähltheit der Juden, die stets und zu aller Zeit die rechten Bekenner Gottes gewesen seien und es noch seien. Gott bleibt uns nach der Lehre dieses Judenthums im Nebel, wir können beim besten Willen nicht sagen, was er ist und was wir mit ihm zu thun haben. Nur ein Gewisses bleibt also für diese sogenannte Weltreligion übrig, und das sind die Juden selbst. Wohl oder übel sollen wir an diese glauben! Wahrlich, das ist eine harte Zumuthung nach Allem, was die Welt seit 1800 " Jahren mit den Juden erlebt und durch sie gelitten hat! An die Juden sollen wir glauben — das soll zuletzt eben das Hauptstück der erhabensten Religion sein und bleiben! Man denke sich diesen Ersatz für unseren Glauben an den für die armen Sünder menschgewordenen, gekreuzigten und auferstandenen Heiland: die Juden und was sie uns sagen; die Juden unser Trost; die Juden unsere Hoffnung im Leben und Sterben; die Juden unser Schutz bei den Anklagen des Gewissens und in allem Erdenelend; die Juden unser Halt, unsere Stütze und unser Friede, wenn wir vor Gottes Stuhl treten müssen am jüngsten Tage! Freventlicheren Spott hat man noch nie mit uns getrieben, trotziger aber und gottloser haben auch die alten Pharisäer einst nicht da gestanden, als ihre gebildeten Nachkommen von heute. Und man muß wissen, daß dieser vr. Felsenthal nicht etwa allein solche Gedanken hegt, sondern dasselbe Lied singt jedes jüdische Blatt Jahr aus Jahr ein, dasselbe Wort hört man von zahllosen jüdischen Kanzeln, dieselben Gedanken wiederholt die gesammte neuere jüdische Literatur tausendfach. Wahrliches ist Zeit, daß die Judenvergötterung wenigstens unter den Christen ein Ende nimmt. Wo unter den Juden dem heiligen Gott in solcher Weise an die Krone gegriffen wird, da sollen Büßpredigten vor Allem an die Herzen geschehen, und da soll man auch die Missionsblätter nicht mit allem Möglichen füllen, was nur dem jüdischen alten Adam schmeichelt und ihn nährt. Die