Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 9-10 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Heiland, ach erwecke. Nimm die MoseSdecke Von den Juden fort! Sag' dem ganzen Heere, Daß es sich bekehre Zu dem Lebenswort! Himmelswirth, Du guter Hirt, Suche das Verlor'ne wieder. Komme bald hernieder! O der sel'gen Zeiten! Welche Herrlichkeiten Wird man alsdann sehn. Wenn aus der Zerstreuung Dein Volk zur Befreiung Wird nach Hause gehn! Ach, es ist, Herr Jesu Christ, Solch ein Wunder längst verheißen — Laß es sich bald weisen! Zur proselytenfrage im Iudenthum. Hört man die Stimmen der meisten heutigen jüdischen Wortführer, so ist es ein besonderer Ruhm und Vorzug des Judenthums, daß es keine Proselyten macht. Das ist freilich eine seltsame Rede. Denn eben jene Lobredner des Judenthums erklären dasselbe für berufen, die allgemeine Weltreligion zu werden. Wie soll dies nun aber geschehn? Ueberall sonst, wo die Juden etwas zu erreichen wünschen und hoffen, setzen sie, kann man geradeswegs sagen, heutzutage die Presse und die Parlamente, die Regierungen und die Völker, Himmel und Erde in Bewegung, um nur ihr Ziel zu erreichen. Niemand wartet so wenig darauf, daß sich eine Sache von selbst macht, Niemand überläßt es so wenig der allmähligen Entwickelung, wenn sie etwas für sich selbst zu erlangen begehren, als die Juden unserer Zeit. Und nun mit einem Male, wo der Welt, wo den Andern etwas zu Theil werden soll, dieses die Hände in den Schoß legen, dieses Nichtsthun, dieses thatenlose Unbekümmertsein!