Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 9-10 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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160 ihn nun Herz, leine Pathen zu seiner Taufe zu nehmen, damit das Pathengeschenk vermieden würde; aber getauft wolle er gern möglichst bald werden. Das geschah denn auch sogleich am dritten Pfingsttage, und er erhielt hierbei die Namen Christoph Leberecht. „Ich hatte bei meiner Taufe", so sagt er selbst in seiner Lebensbeschreibung, „ein ausnehmend seliges Gefühl, sodaß ich hernach von Herzen glauben konnte, daß ich mit dem Blute Jesu getauft sei." Gleich darauf lernte er das Handwerk eines Maurers und zugleich das eines Wollkämmers, um für den Winter Beschäfttgung zu haben. 1747 begab er sich auf Reisen, wobei er auch den Proselyten Pfarrer Augusti zu Eschwege im Herzogthum Gotha kennen lernte. Als er nämlich eines Tages singend seine Straße zog, trat dieser Pfarrer an ihn heran und frug ihn, wer er denn wäre und wo er herkäme? Als ihm Herz oder Leberecht darauf mittheilte, daß er ein getaufter Jude sei, bat ihn der Pastor, eine Zeitlang bei ihm zu bleiben, und theilte ihm dann auch seine eigene Abstammung mit. Später kam Leberecht nach dem Haag in Holland. Sein geistliches Leben aber machte in dieser Zeit Rückschritte, so daß er wieder in große Unruhe und Herzensangst gerieth. Er sollte es eben erfahren, was er ohne Jesum sei und könne; und er verstand die Mahnung, denn er floh bald wieder mit dem ganzen Herzen zu seinem Heilande. Nach Balga zurückgekehrt, heirathete er dann eine ftomme Frau, zog aber nach dem Tode des Pfarrers Schumann nach Königsberg. Aus dieser Zeit erzählt er selbst: „Ich habe in meinem Ehestande viele Proben der Liebe und Güte des Herrn erfahren. Einmal von Allem entblößt, war ich sehr bekümmert, wie ich mich mit Frau und Kindern ernähren würde. Da kam ein sonst ruchloser Mann und frug mich, ob er nicht mit 6 Scheffeln Korn dienen könne; denn es wäre ihm so in seinem Herzen gewesen, er solle den Leberecht darum fragen. Da ward mein schwacher Glaube gestärkt." Einmal wurde er unvermuthet zu einem vornehmen Herrn gerufen, dem er durch Taxirung eines Hauses bekannt geworden war. Er fand daselbst einen andern Herrn sitzen, den er nicht kannte. Der frug ihn sehr viel über die Wahrheit und Gewißheit